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Wir trauern um Rupert Neudeck

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Michael M. Kochen

Mit Trauer und Bestürzung haben die Herausgeber der ZFA – Zeitschrift für Allgemeinmedizin die Nachricht vom unerwarteten Tod von Rupert Neudeck vernommen. Für seinen unermüdlichen Einsatz zur Rettung von bedrohten und verfolgten Flüchtlingen wurde ihm 1987 die Hippokrates-Medaille verliehen.

Am 14. Mai 1939 in Danzig geboren, entging er als Kind auf der Flucht aus Ostpreußen nur knapp dem Untergang des Flüchtlingsdampfers „Wilhelm Gustloff“ – seine Familie hatte die Abfahrt des Schiffes verpasst. Nach dem Abitur 1958 begann er zunächst Rechtswissenschaften, dann Theologie zu studieren. Später wechselte er zu Philosophie und Politologie (Bonn, Münster und Salzburg) und promovierte 1972 über „Politische Ethik bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus“.

1979 gründete er mit dem Schriftsteller Heinrich Böll das Komitee „Ein Schiff für Vietnam“, aus dem 1982 das Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte hervorging. Zwischen 1979 und 1982 rettete die Organisation mit dem Frachter Cap Anamur vor der Küste Vietnams mehr als 11.000 sogenannte boat people aus dem Wasser. Viele von ihnen leben seither in Deutschland, wo sie bestens integriert sind.

Von 1977 an arbeitete Rupert Neudeck 21 Jahre als Redakteur beim Deutschlandfunk.

Sein Name wird untrennbar mit Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zivilcourage verbunden bleiben.

Unsere tief empfundene Anteilnahme gilt seiner Frau Christel (die ihn jahrzehntelang begleitete und unterstützte) sowie seiner Familie.

(Im Frühjahr 1980 kamen meine Frau und ich über das Komitee „Ein Schiff für Vietnam“ an die thailändisch-kambodschanische Grenze, wo wir zusammen mit anderen Kolleg/innen im Lager Mak Mun Flüchtlinge ärztlich versorgten.)


(Stand: 15.06.2016)

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