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Metformin: Anwendung auf Patienten mit mäßig eingeschränkter Nierenfunktion ausgeweitet

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Michael M. Kochen


Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Anwendung von Metformin auf Patienten mit mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (eGFR ≥ 30 ml/min/1,73 m2) ausgeweitet.

In einer entsprechenden Mitteilung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) heißt es u.a.: „Die Laktatazidose ist eine sehr seltene, jedoch schwerwiegende metabolische Komplikation (hohe Mortalitätsrate ohne schnelle Behandlung), die durch Akkumulation von Metformin verursacht werden kann. Die bisher bekannt gewordenen Fälle von Laktatazidose in Zusammenhang mit Metformin betrafen vor allem Patienten mit Nieren­insuffizienz oder sich akut verschlechternder Nierenfunktion. Nach Bewertung von Sicherheitsdaten wurde bereits 2015 die Grenze für die Kreatinin-Clearance, ab der Metformin kontraindiziert ist, von zuvor < 60 ml/min auf < 45 ml/min (eGFR < 45 ml/min/1,73 m2) abgesenkt.

  • Nach Abschluss eines Risikobewertungsverfahrens durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) kann Metformin nun auch bei mäßig eingeschränkter Nierenfunktion bis zu einer eGFR ≥ 30 ml/min/1,73 m2 angewandt werden. Die Dosierung soll an die Nierenfunktion angepasst und die Nierenfunktion vor und regelmäßig während der Behandlung kontrolliert werden*.
  • Besondere Vorsicht ist geboten in Situationen, in denen sich die Nierenfunktion akut verschlechtern kann (z.B. Flüssigkeitsverlust, Therapiebeginn mit Diuretika, Antihypertensiva oder nichtsteroidalen Antiphlogistika, diabetische Ketoazidose, exzessiver Alkoholkonsum). Patienten sowie ggf. deren Angehörige und Pflegepersonen sollten über die Gefahr und Symptome einer Laktatazidose informiert werden.
  • Bei einer eGFR < 30 ml/min/1,73 m2 ist Metformin weiterhin kontraindiziert.

Bei einigen Kombinationspräparaten mit Metformin wird aufgrund des anderen Bestandteils (z. B. Dapagliflozin oder Empagliflozin) eine Anwendung bei einer eGFR < 60 bzw. < 45 ml/min/1,73 m2 weiterhin nicht empfohlen.“

* Die AkdÄ hat 2013 in Bezug auf notwendige GFR-Kontrollabstände folgende Empfehlungen gegeben (www.aerzteblatt.de/archiv/135252):

  • Vor Beginn der Behandlung und bei Patienten mit normaler Nierenfunktion: einmal jährlich.
  • Bei älteren und/oder multimorbiden Patienten und wenn die GFR an der unteren Grenze des Normbereiches liegt: mindestens zwei- bis viermal jährlich.

Wikipedia/Jü


(Stand: 14.06.2018)

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