Loading...

ZFA-Logo

Welchen Nutzen bringen Gesundheits-Apps für die Hausarztmedizin?

Eine Befragung unter hessischen und thüringischen Allgemeinmedizinern

PDF

Julian Wangler, Michael Jansky

Schlüsselwörter: Allgemeinmedizin Gesundheits-Apps Gesundheitskommunikation Hausarzt

Hintergrund: Studien zeigen, dass die Nutzung von Gesundheits-Apps in der Bevölkerung kontinuierlich steigt. Noch weitgehend unerforscht ist, wie Hausärzte als eine der größten und als besonders relevante Facharztgruppe Gesundheits-Apps beurteilen, welche Einsatzpotenziale sie ausmachen und welche Erfahrungen sie in der Versorgung von Patienten, die solche Apps nutzen, gemacht haben.

Methoden: Mittels schriftlicher Befragung wurden zwischen Oktober und November 2017 insgesamt 221 Hausärzte in Hessen und Thüringen befragt. Die Rekrutierung der Ärzte erfolgte nach dem Prinzip der geschichteten Zufallsauswahl. Aufgrund des explorativen Ansatzes der Studie erfolgte ausschließlich eine deskriptive Datenanalyse.

Ergebnisse: Unter Allgemeinmedizinern sind die Meinungen hinsichtlich der Frage, inwiefern Gesundheits-Apps einen Mehrwert für die Patientenversorgung bieten und wo ihre Einsatzpotenziale liegen, kontrovers. Während ein Teil der Befragten solchen Anwendungen besonders mit Blick auf Aspekte wie Praktikabilität und Verlässlichkeit zurückhaltend begegnet, verbindet ein anderer Teil vor allem Chancen mit ihnen, etwa wenn es um die Stärkung der Motivation und die Aufklärung von Patienten geht. Bei Patienten, die Gesundheits-Apps einsetzen, beobachtet eine Mehrheit der Befragten positive Beiträge zur Gesundheitsvorsorge und/oder Genesung.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass viele Allgemeinmediziner Gesundheits-Apps aufgeschlossen begegnen und Vorteile für die Patientenversorgung sehen. Allerdings bestehen aus ihrer Sicht Vorbehalte und Unsicherheiten hinsichtlich der Überschaubarkeit, Transparenz und Sicherheit von Apps, die nicht zuletzt mit strukturellen Rahmenbedingungen zusammenhängen. Diese Bedenken sollten sowohl von App-Herstellern als auch vom Gesetzgeber verstärkt adressiert werden, um die richtigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration von Gesundheits-Apps in die Patientenversorgung zu schaffen.

Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie, Universitätsmedizin Mainz Peer-reviewed article eingereicht: 09.02.2018, akzeptiert: 26.03.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0259–0264

Hintergrund

Gesundheits-Apps, die bei der Prävention, dem Monitoring oder der Therapie von Erkrankungen helfen sollen, werden aktuellen Erhebungen zufolge von jedem zweiten Smartphone-Nutzer verwendet [1]. Verbreitet ist die Nutzung solcher Programme zur Aufzeichnung von Körper- bzw. Fitnessdaten oder um sich über...


(Stand: 28.06.2018)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.