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Palliativmedizinisches Wissen unter deutschen Hausärzten – eine bundesweite Befragung

DOI: 10.3238/zfa.2019.0267-0273

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Andreas Ammer, Klaus Linde, Gian Domenico Borasio, Antonius Schneider

Schlüsselwörter: End-of-life-care Fallvignetten Flüssigkeitssubstitution Hausärzte Palliativmedizin

Hintergrund: Bei der Versorgung von unheilbar Kranken haben Hausärzte eine tragende Rolle. Studien aus anderen Ländern zeigen, dass Hausärzte bei den Grundkenntnissen der Palliativversorgung teilweise bedeutende Wissensdefizite haben. Eine bundesweite Erhebung des Wissensstands deutscher Hausärzte hat es bisher nicht gegeben.

Methoden: Wir verschickten einen vierseitigen Fragebogen mit je einer onkologischen bzw. geriatrischen Fallvignette an 1600 zufällig ausgewählte Allgemeinmediziner und praktische Ärzte. Die Fallvignetten sollten Behandlungsentscheidungen im Bereich der pharmakologischen Linderung von Schmerz und Atemnot, der artifiziellen Flüssigkeitssubstitution bzw. Ernährung und der Krankenhauseinweisung in der Sterbephase abfragen.

Ergebnisse: Insgesamt konnten 685 von 1471 korrekt ausgelieferten Fragebögen ausgewertet werden (Rücklaufquote 47 %). Es zeigte sich, dass in der Versorgung von Patienten am Lebensende keine gravierenden Wissensdefizite bestehen (88 % richtig beantwortete Fragen). Falschantworten wurden mehrheitlich bei Fragen zur (subkutanen) Flüssigkeitssubstitution gegeben. Die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin oder ein absolvierter Basiskurs Palliativmedizin hatten einen vergleichbar großen Einfluss auf die Anzahl an richtigen Antworten (univariate Regressionsanalyse jeweils β = 0,14). Die Fragen zur onkologischen Fallvignette wurden häufiger richtig beantwortet als die zur geriatrischen Fallvignette.

Schlussfolgerungen: Deutsche Hausärzte haben in den abgefragten Themenbereichen ein gutes Grundlagenwissen, lediglich bei der Flüssigkeitssubstitution wurden vermehrt Falschantworten gegeben. Da in der geriatrischen Fallvignette seltener eine Behandlung entsprechend der aktuellen Lehrmeinung ausgewählt wurde, sollten zukünftige Aus- und Weiterbildungsprogramme in der Palliativmedizin geriatrische Patienten stärker berücksichtigen.

1 Institut für Allgemeinmedizin, Technische Universität München 2 Service de soins palliatifs et de support, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne (Schweiz) Peer reviewed article eingereicht: 16.12.2018, akzeptiert: 26.03.2019 DOI 10.3238/zfa.2019.0267–0273

Hintergrund

Hausärzte haben bei der Versorgung von unheilbar Kranken eine tragende Rolle [1]. Vor diesem Hintergrund sind palliativmedizinische Kenntnisse für sie unerlässlich [2]. Studien aus anderen Ländern zeigen, dass...


(Stand: 13.06.2019)

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