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Versorgung von Patienten mit Vorhofflimmern und Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten in Deutschland

DOI: 10.3238/zfa.2019.0259-0264

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Simon Krupka, Anja Hoffmann, Heinrich Audebert, Michael Näbauer, Uwe Zeymer, Holger Gothe

Schlüsselwörter: Deutschland Vitamin-K-Antagonisten Vorhofflimmern Zeit im therapeutischen Bereich

Hintergrund: Für eine effektive Schlaganfallprävention wird unter Vitamin-K-Antagonisten (VKA) eine Zeit von ≥ 70 % in einem Zielbereich des International Normalized Ratio (INR) zwischen 2 und 3 angestrebt. Einige Studien zeigen, dass nur wenige Patienten diesen Zielbereich erreichen, bei länderspezifischen Unterschieden. Einzelne Studien aus Deutschland legen allerdings eine gute Einstellung der Antikoagulation nahe. Daten aus dem Versorgungsalltag wurden jedoch bislang nicht systematisch erfasst. Es stellt sich die Frage, wie die Qualität der oralen Antikoagulation (OAK) von Patienten mit Vorhofflimmern unter VKA unter Alltagsbedingungen in Deutschland ist.

Methoden: Es wurde ein systematisches Review zur Güte der OAK mit VKA bei VHF durchgeführt. Randomisierte kontrollierte Studien und Beobachtungsstudien wurden mittels Datenbanken und Handrecherche identifiziert. Die Selektion und methodische Bewertung der Studien wurden anhand internationaler Kriterien und standardisierter Checklisten von zwei Reviewern unabhängig voneinander vorgenommen.

Ergebnisse: Die Qualität der OAK wurde anhand der Zeit im therapeutischen Bereich oder des INR beurteilt. Es fand sich durchweg eine hohe Heterogenität der untersuchten Populationen und eine mangelnde Qualität der Daten. In praktisch keiner Studie wurden TTR-Werte (time in therapeutic range) über einen längeren Zeitraum erhoben. Meist lag zudem ein hohes Verzerrungspotenzial vor.

Schlussfolgerungen: Aufgrund der heterogenen Studien und der eingeschlossenen Patientenpopulationen kann die OAK-Qualität im deutschen Versorgungsalltag nicht beurteilt werden, was weitere Untersuchungen mit langem Follow-up und ohne Interventionselemente notwendig macht.

Ein systematisches Review

A Systematic Review

1 IGES Institut GmbH, 2 Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie mit Experimenteller Neurologie – Charité Universitätsmedizin Berlin, 3 Medizinische Klinik und Poliklinik I – Ludwig-Maximilians-Universität München, 4 Medizinische Klinik B – Klinikum Ludwigshafen, 5 Lehrstuhl Gesundheitswissenschaften/Public Health, Medizinische Fakultät „Carl Gustav Carus“, Technische Universität Dresden Peer reviewed article eingereicht: 10.01.2019, akzeptiert:...


(Stand: 13.06.2019)

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