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Braun Kasugraphie(K)ein Fall wie der andere...

Inhalt: Einführung, Berufstheoretische Fachbegriffe, Benutzerhinweise, Veränderungen zur Kasugraphie-Ausgabe 1992/1994, Übersicht der Beratungsergebnisse in den 12 Fenstern S. 2–338, Kasugraphische Beschreibung der Fälle in den 12 Fenstern S. 1–338, Kasugraphie und Diagnostische Programme (Checklisten) 339–342, Hinweise zur EDV-Anwendung mit der beigefügten CD, ergänzende Literatur von 1955–2007, farblich gestalteter Index, S. 345–352

Den Autoren ist zur 3. Auflage der Braunschen „Kasugraphie“ herzlich zu gratulieren! Das Buch ist sehr gut lesbar, der Begriff Kasugraphie wird klar definiert und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, die 300 häufigsten Beratungsanlässe aufgeführt und die Beratungsergebnisse in den 12 Fenstern in ansprechender farblicher Gestaltung dargestellt. Alle Fenster sind gleich gegliedert: Angaben – Untersuchungsbefund – Diagnostische Situation, unterteilt in Klassifizierung A (Symptom), B (Symptomgruppe), C (Bild einer Krankheit) und D (Diagnose). Es folgen Angaben zu Verlauf und Dauer. Die Tabellen enthalten Beispiele für konkurrierende Beratungsergebnisse und für abwendbar gefährliche Verläufe (AGV). Die Symbole „Tastatur“ geben Hinweise auf elektronische Links und das Buch Querverweise auf Kapitelnummern im Buch „EbM-Guidelines“ für Allgemeinmedizin. Beispiel: 3. Fenster 3.1 Abszess/Karbunkel Tularämie K 1.21: ausführliche Beschreibung der Tularämie, vor allem der ulzeroglandulären Form mit einer farbigen Abbildung einer roten exulcerierenden Papel. Abschließend finden sich Codierungsvorschläge der Diagnosen mit der ICD 10 oder der ICPC-2. Die berufstheoretischen Fachbegriffe wie z. B. Beratungsergebnis, Klassifizierungen (ABC), Diagnosen (D), programmierte bzw. standardisierte Diagnostik und abwendbar gefährlicher Verlauf (AGV nach BRAUN) werden schlüssig definiert und das diagnostische Programm 1 (diagnostisches Programm für uncharakteristische Fieberfälle und deren fieberfreie Varianten) und Tabula diagnostica (Programm Nr. 67) stellvertretend für die 85 diagnostischen Programme abgebildet. Als Letztes wird das abwartende Offenlassen (BRAUN) erläutert. Klare Benutzerhinweise und wichtige Veränderungen zu den Vorauflagen 1992/1994 wie die Aktualisierung der Nomenklatur folgen.

Die Schwierigkeiten der Codierung werden eingehend erörtert und Lösungsversuche beschrieben sowie die Neustrukturierung erwähnt: Ordnung der Begriffe nach den 12 Fenstern der zweidimensionalen Systematik nach Braun.

In Deutschland verwenden wir die jeweils letzte gültige ICD-10 (10. Revision)-GM (German Modification), da die verschlüsselten Diagnosen für Abrechnung, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und Krankenhausbehandlungen durch das Sozialgesetzbuch V geregelt sind. In der Schweiz wird in 2010 die ICD-10 GM 2008, danach die ICD-10-GM 2010 und in Österreich die ICD-10-BMGS 2001 verwendet. Trotz dieser Codierungsmöglichkeit haben Untersuchungen unterschiedlicher Arbeitsgruppen ergeben, dass die allgemeinärztliche Tätigkeit am besten durch die ICPC-2 (International Classification in Primary Care) abgebildet wird. Die ICPC-2 hat eine biaxiale Struktur (17 Kapitel, 7 Rubriken), wobei die Kapitel nach Körperlokalisationen eingeteilt sind. Die Schweizer Gesellschaft für Allgemeinmedizin bietet kostenlose Seminare zur Einführung in die ICPC an, bei uns gibt es eine ICPC-Arbeitsgruppe in Heidelberg. Bei so viel Sachverstand müsste sich doch auch die Kasugraphie verschlüsseln lassen!

Kasugraphie und programmierte Diagnostik sollte in jeder akademischen Lehrpraxis vermittelt werden. Zu überlegen wäre, die CD noch besser zu nutzen und im Rahmen der Verschlüsselung von U 50–U52 (Funktionseinschränkung) den Barthel-Index, den erweiterten Barthel-Index und die Minimal Mental State Examination (MMSE) zum Download zur Verfügung zu stellen.

Die Kasugraphie gehört in jede Allgemeinpraxis, in jede hausärztlich-internistische Praxis, in die universitären Institute für Allgemeinmedizin und alle Einrichtungen, in denen der zukünftige Hausarzt aus- und weitergebildet wird.

R.N. Braun

Kasugraphie (K)ein Fall wie der andere…

3. Auflage, neu hrsg. u. bearb. von Waltraud Fink, Gustav Kamenski und Dietmar Kleinbichler

Verlag Berger und Söhne, Horn, 2010 ISBN 978–3–8502–8491–2 Preis: € 30,00

Erhältlich unter www.aerzteverlag.de

Korrespondenzadresse:

Dr. med. Klaus-Heinrich Bründel

Arzt für Allgemeinmedizin

Ursulastr. 40

33335 Gütersloh

E-Mail: k.bruendel@t-online.de


(Stand: 29.05.2015)

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