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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

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W. Niebling

in den letzten Monaten erfolgten für die Allgemeinmedizin gesundheitspolitisch bedeutsame Weichenstellungen:

  • Im Südwesten wurde von der grün-roten Koalition die Einrichtung von allgemeinmedizinischen Lehrstühlen an allen fünf medizinischen Fakultäten Baden-Württembergs im Koalitionsvertrag verankert, ein bislang singulärer Vorgang.
  • Im (als Referentenentwurf vorliegenden) GKV-Versorgungsgesetz wird auf die Einführung der ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) ausdrücklich verzichtet (die DEGAM hatte im Vorfeld vor dem enormen Mehraufwand gewarnt und das AKR-Regelwerk als für die hausärztliche Patientenversorgung untaugliches Instrument bezeichnet). Weitere wichtige Punkte des Gesetzentwurfes sind die Flexibilisierung der Planungsbereiche, Maßnahmen zur Förderung der Allgemeinmedizin und der hausärztlichen Tätigkeit im ländlichen Bereich sowie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
  • Der 114. Deutsche Ärztetag in Kiel hat sich in zahlreichen Entschließungen mit der Allgemeinmedizin und der Tätigkeit im hausärztlichen Bereich befasst: Der – im Vorfeld und auch jetzt noch – kontrovers diskutierte Quereinstieg in die Allgemeinmedizin soll zeitlich begrenzt ermöglicht werden. DEGAM und der Deutsche Hausärzteverband wurden aufgefordert, sich in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer „auf eine zukunftsorientierte Corporate Identitiy zu verständigen, die die Positivpotentiale des Hausarztberufes vermittelt“. Die Forderung nach „Einrichtung und adäquater Ausstattung allgemeinmedizinischer Lehrstühle an jeder medizinischen Fakultät“ gehört – zumindest nach Meinung des leider am 23. Juni d.J. verstorbenen Hausarztkollegen Dr. Horst Aloysius Massing – seit Jahrzehnten zum liebgewordenen Ritual deutscher Ärztetage. Studienbewerber vermehrt über das sog. Auswahlverfahren der Hochschulen zuzulassen, PJ-Tertiale grundsätzlich auch in der ambulanten Versorgung zu ermöglichen und den schriftlichen Teil des Zweiten Abschnitts der ärztlichen Prüfung vor das praktische Jahr zu verlagern, waren wichtige Signale in Richtung Universitäten, Gesetzgeber und Medizinischer Fakultätentag.

„Polypharmakotherapie im Spannungsfeld zwischen Klinik und Hausarzt“ lautet das Thema des 45. Kongresses für Allgemein- und Familienmedizin, der vom 22.–24. September 2011 in Salzburg, der alten Residenzstadt an der Salzach, stattfindet. Erstmals kooperieren bei der Veranstaltung dieses Kongresses die allgemeinmedizinischen Fachgesellschaften aus Österreich, Südtirol und Deutschland sowie die Universität Salzburg. Es erwarten Sie interessante Vorträge und spannende Diskussionen, eine aufregende Stadt und nette Kolleginnen und Kollegen.

Ebenfalls ein Novum ist die „Summerschool Allgemeinmedizin 2011“, die vom 31. August bis 3. September 2011 in Freiburg i. Br. stattfindet. Sie ist einer der Kristallisationspunkte für die im Aufbau befindliche „Nachwuchsakademie Allgemeinmedizin“ unter der Kooperation von DEGAM, GHA und Hausärzteverband. Das diesjährige Treffen war innerhalb kurzer Zeit mit 25 an der Allgemeinmedizin interessierten Studierenden „ausgebucht“, – ein gutes Zeichen, wie ich meine. Vorbereitet und organisiert wurde die Veranstaltung von Kolleginnen und Kollegen aus Göttingen, Bochum und Freiburg. Mit Elan und bewundernswerter Kreativität war Christiane Dunker-Schmidt beteiligt. Sie ist – viel zu früh – vor wenigen Wochen verstorben. Als liebenswerte, stets zugewandte Kollegin werden wir sie in Erinnerung behalten.

Mit herzlichen Grüßen


(Stand: 29.05.2015)

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