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Das Image der Allgemeinmedizin aus Sicht von Medizinstudierenden

DOI: 10.3238/zfa.2016.0321-0325

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Mareike Kaucher Mareike Kaucher, Nico Richter Nico Richter, Johannes Kopp Johannes Kopp, Rüdiger Jacob, Bernhard Gibis Bernhard Gibis, Branko Trebar Branko Trebar

Schlüsselwörter: Allgemeinmedizin Hausarzt Medizinstudium Umfrage Image

Hintergrund: Die Allgemeinmedizin hat in den letzten Jahren mit dem zentralen Problem der Nachwuchsrekrutierung zu kämpfen: Immer weniger junge Medizinabsolventen entscheiden sich für eine Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Grund dafür könnte u.a. das durch politische Rahmenbedingungen und schlechte Arbeitsbedingungen eher negative Image des Hausarztberufes sein.

Methoden: Spezifische Auswertung der bundesweiten Online-Befragung „Berufsmonitoring Medizinstudenten 2014“ (N = 11.462) im Hinblick auf das Image und die Vorstellungen der Studierenden über hausärztliche Tätigkeiten.

Ergebnisse: Obwohl Hausärzte in der Bevölkerung tatsächlich ein sehr hohes Ansehen genießen, hält nur rund jeder sechste der befragten Medizinstudierenden die Allgemeinmedizin für die am meisten geschätzte Facharztrichtung. Auch bei Kommilitonen und praktizierenden Ärzten genießt die Allgemeinmedizin nach Einschätzung der Studierenden ein eher geringes Ansehen. Hinsichtlich konkreter Vorstellungen über die Tätigkeit als Hausarzt zeigt sich allerdings, dass die positiven Aspekte der Arbeit eine deutlich stärkere Zustimmung erfahren als die negativen Aspekte der hausärztlichen Tätigkeit.

Schlussfolgerungen: Die Allgemeinmedizin hat ein massives Imageproblem bei (zu) vielen Medizinstudierenden und gilt unter vielen angehenden Ärzten immer noch als wenig anspruchsvoll, eintönig und schlecht bezahlt. Es sollten also bereits während des Studiums kontinuierlich fach- und sachgerechte Informationen über die tatsächliche Tätigkeit in der Allgemeinmedizin und deren Behandlungs- und Aufgabenspektrum vermittelt werden, da die meisten künftigen Ärzte in dieser Phase Präferenzen ausbilden und sich diese verfestigen.

Hintergrund

Der sich rasch vollziehende demografische Wandel stellt das deutsche Gesundheitssystem zunehmend vor Herausforderungen. Auch im Hinblick auf die medizinische Versorgung der Gesellschaft stellt sich die Frage, ob in Deutschland in Zukunft noch genügend Ärzte zur Verfügung stehen werden. Mit diesen Entwicklungen geht ein zentrales Problem der Nachwuchsrekrutierung in der Allgemeinmedizin einher: Immer weniger junge Medizinabsolventen entscheiden sich für eine Facharztweiterbildung in diesem Bereich [1–3]. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels führt dies in der Konsequenz dazu, dass die deutsche Ärzteschaft „überaltert“ und vor gravierenden Nachwuchsproblemen steht. Die jetzt tätige Generation der Mediziner wird in den nächsten 10 bis 15 Jahren in den Ruhestand gehen, wobei dieser Prozess bereits begonnen hat und spätestens ab 2020 an Dynamik gewinnen wird [4].

Obwohl der Beruf des Arztes in der öffentlichen Meinung seit Jahren ein ungebrochen hohes Ansehen genießt [5, 6], stellt sich die Frage, ob das Image des Hausarztes unter Medizinstudierenden hierbei eine Rolle spielt. Warum also entscheiden sich so wenige junge Ärzte für den Beruf des Hausarztes? In bisherigen Studien wurden die Gründe und Ursachen dafür hauptsächlich in den politischen Rahmenbedingungen, insbesondere den Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastungen, sowie der finanziellen Entlohnung hausärztlicher Tätigkeiten gesucht [7–11]. Daneben spielen für viele Studierenden aber auch Faktoren der Familien- und Karriereplanung eine zentrale Rolle. Die meisten Studien, die sich mit dem Image von Allgemeinmedizin beschäftigen, sind entweder qualitativ angelegt oder aber mit einer eher geringen Stichprobengröße angelegt oder durchgeführt worden. Im Rahmen einer groß angelegten quantitativen Befragung von Medizinstudierenden im Jahr 2014 [4] wurde aus diesem Grund ebenfalls ein Fokus auf das Image und die Attraktivität von hausärztlicher Tätigkeit gelegt.

Methoden

Datengrundlage

Die Studie „Berufsmonitoring Medizinstudenten 2014“ der Universität Trier in Kooperation mit der KBV ist als Trendstudie angelegt, wobei immer neue Kohorten von Medizinstudierenden befragt werden sollen [4]. Die erste Befragungswelle fand im Jahr 2010 statt [12]. Ziel der Studie ist es, die Einstellungen von Medizinstudierenden zu ihren Berufsvorstellungen, den angestrebten Facharztweiterbildungen und der späteren Berufsausübung zu untersuchen. Beide Befragungen wurden als Online-Befragung konzipiert. An der Befragung im Jahr 2014 haben sich insgesamt 11.462 Studierende an 37 verschiedenen Fakultäten beteiligt. Für die vorliegende Publikation wurde der Fokus mehr auf die grundsätzlichen Einstellungen zur Allgemeinmedizin und vor allem auf das Image der Fachrichtung gerichtet. Neben deskriptiven Verfahren wurden hierbei auch sogenannte Faktorenanalysen sowie logistische Regressionen eingesetzt [13]. Die Datenanalyse erfolgte mit dem Programmpaket SPSS, Version 22.

Zur Operationalisierung des Berufsprestiges

In der Berufsforschung wird das mit einer bestimmten beruflichen Tätigkeit verbundene Ansehen oder Prestige meist mithilfe aufwendiger Erhebungen und komplexer Transformationen erfasst [14]. Für eine vergleichende Einschätzung wird aber häufig auch eine Liste von Berufen vorgelegt und die Befragten werden gebeten, die Berufe herauszusuchen, die sie am meisten schätzen [5] beziehungsweise anzugeben, ob diese Berufsgruppe ein hohes oder ein geringes Ansehen hat [6]. Allgemeines Ergebnis ist dabei, dass der Arztberuf durchgehend sehr positiv eingeschätzt wird. Gerade in Anbetracht der oben geschilderten Problemlage der Allgemeinmedizin ist diese Einschätzung jedoch nicht genügend trennscharf. Aus diesem Grunde wird das Bild des Arztes hier deutlich differenzierter erhoben, indem einerseits die Studierenden entsprechend der Möglichkeiten der Facharztweiterbildung nach der Einschätzung des Ansehens der 14 unterschiedlichen Arztgruppen gebeten wurden. Andererseits wurde die Einschätzung verschiedener Personenkreise erhoben. So wurde zunächst gefragt, welche Facharztrichtung nach Meinung der Studierenden in der Bevölkerung am meisten geschätzt wird. Danach wurde gefragt, ob bei den Mitstudierenden sowie bei den praktizierenden Ärzten die entsprechenden Fachrichtungen ein eher hohes oder ein eher geringes Ansehen genießen.

Einen zweiten Bereich stellen die Einschätzungen hinsichtlich der hausärztlichen Tätigkeit dar. Hierzu wurden sechs Items vorgelegt: „Die hausärztliche Tätigkeit ist interessant und abwechslungsreich“, „Als Hausarzt in eigener Praxis ist man sehr auf sich allein gestellt und hat wenig fachlichen Austausch mit Kollegen“, „Die Verdienstmöglichkeiten als Hausarzt sind zu gering“, „Hausärzte behandeln eine große Bandbreite von Krankheitsbildern“, „Hausärzte tragen als Fallmanager ihrer Patienten die größte Verantwortung in der ambulanten Versorgung“, „Hausärzte müssen für ihre Patienten ständig verfügbar sein“.

Diese Items sollten auf einer fünfstufigen Skala von „stimme überhaupt nicht zu“ bis „stimme sehr zu“ eingeschätzt werden. Hierdurch ist es möglich, neben der allgemeinen Prestigeeinschätzung auch Vorstellungen über die praktische Tätigkeit zu erfassen und zu untersuchen.

Die Items sind das Resultat einer Verdichtung der offenen Kommentare aus der ersten Befragungswelle 2010 und wurden zur besseren Darstellung mithilfe einer Hauptkomponentenanalyse [13] analysiert und verdichtet. Die Analyse hat positive und negative Aspekte hinsichtlich der Einschätzung der hausärztlichen Tätigkeit identifiziert. Zu den positiven Aspekten zählen: „die Tätigkeit ist interessant und spannend“, „es wird eine große Bandbreite an Krankheiten behandelt“, „Hausärzte tragen größte Verantwortung in der ambulanten Versorgung“. Die negativen Aspekte beinhalten die Items: „Hausarzt ist auf sich allein gestellt“, „Verdienstmöglichkeiten sind zu gering“, „ständige Verfügbarkeit“.

Daneben wurde die Wahl der eigenen Facharztweiterbildung erhoben. Aus den erhobenen Daten lassen sich hierbei drei Gruppen unterscheiden: Studierende, die sich für eine Weiterbildung in Allgemeinmedizin entscheiden, Studierende, für die Allgemeinmedizin eine Option (von insgesamt drei zu wählenden Möglichkeiten) ist und Studierende, die für sich eine Facharztweiterbildung in Allgemeinmedizin ausschließen.

Ergebnisse

Ansehen der Allgemeinmedizin

Die in der öffentlichen Meinung sehr positive Wahrnehmung des Hausarztberufs hat mit der aktuellen Einschätzung der Medizinstudierenden in Deutschland eher weniger gemein. Mit 17,5 % hält nur rund jeder sechste Studierende die Allgemeinmedizin für die in der Bevölkerung am meisten geschätzte Facharztrichtung. Nahezu die Hälfte aller Befragten nennt hier die Chirurgie. Fragt man nach dem Ansehen unter den Kommilitonen beziehungsweise den bereits praktizierenden Ärzten, ergibt sich ein ähnliches Bild (Abb. 1).

Auch hier rangiert die Chirurgie in der Spitzengruppe, die Allgemeinmedizin aber im unteren Bereich und wird hinsichtlich einer negativen Reputation nur noch von der Dermatologie übertroffen.

Betrachtet man in einem zweiten Schritt nun anhand der oben dargestellten Eigenschaften die Vorstellungen der Studierenden über die hausärztlichen Tätigkeiten genauer (Tab. 1), so kann man zuerst festhalten, dass – wie intendiert – auch die Studierenden die positiven und negativen Aspekte dieser Tätigkeit unterscheiden. Eine entsprechende Hauptkomponentenanalyse ergibt zwei Faktoren, die insgesamt rund 51 % der Varianz aufklären. In Abbildung 2 finden sich die entsprechenden Verteilungen der daraus gebildeten Skalen mithilfe einer sogenannten Kerndichteschätzung, einer verallgemeinerten Form des Histogramms [13]. Die Items sind gleichgewichtet.

Der Mittelwert der positiven Aspekte liegt bei 3,9 und der Mittelwert der negativen Aspekte bei 3,5. Es zeigt sich deutlich, dass die positiven Aspekte eine stärkere Zustimmung erfahren als die negativen Bestandteile der hausärztlichen Tätigkeit. Das vermeintlich schlechte Ansehen der Allgemeinmedizin bei Kommilitonen und zukünftigen Kollegen geht also nicht mit einer Betonung der negativen Aspekte einer hausärztlichen Tätigkeit einher. Diese Befunde sind jedoch eventuell dadurch erklärbar, dass beim individuellen Entscheidungsprozess den negativen Aspekten ein größeres subjektives Gewicht zuerkannt wird.

Qual der Wahl – Faktoren der Facharztwahl

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Bereitschaft der Studierenden zu einem Engagement im Bereich der Allgemeinmedizin zu erfassen [15]. So lässt sich zuerst abbilden, ob eine Facharztweiterbildung in Allgemeinmedizin die angestrebte Wahl ist. Zweitens kann festgestellt werden, für welchen Anteil eine derartige Weiterbildung wenigstens infrage kommt, und schließlich lässt sich eine dritte Gruppe identifizieren, die eine Facharztweiterbildung in Allgemeinmedizin kategorisch ablehnt. Darüber hinaus ist es möglich, die Bereitschaft zu einer Tätigkeit in der Allgemeinmedizin beziehungsweise als Landarzt zu bestimmen. In Abbildung 3 finden sich die entsprechenden Anteile.

Deutlich ist zu sehen, dass durchaus ein gewisses zusätzliches Potenzial im Bereich der medizinischen Grundversorgung vorhanden ist. Um genauer zu verstehen, welche Faktoren hierbei bedeutsam sind, wurden verschiedene logistische Regressionen durchgeführt, die die Faktoren untersuchen, die für die Wahl der Facharztweiterbildung in Allgemeinmedizin einerseits und für die Option, später als Hausarzt auf dem Lande tätig zu sein, andererseits bedeutsam sind. In Tabelle 2 finden sich die statistisch bedeutsamen Effekte in Form sogenannter odds ratios wieder. Bei den Modellen wurden darüber hinaus das Geschlecht, die Art des Studienzugangs (Ausprägungen: Abiturbesten-Quote, Auswahlverfahren der Universität, Wartesemester), das Ansehen der Allgemeinmedizin bei den Studierenden sowie die Tatsache, ob die Universitäten über ein Institut für Allgemeinmedizin verfügen oder nicht, kontrolliert. Effekte größer als 1 erhöhen die Wahlwahrscheinlichkeit, Effekte kleiner 1 sind als Hindernisse zu interpretieren.

Diskussion

Nach wie vor hat der Hausarzt ein massives Imageproblem – nicht bei allen, aber bei (zu) vielen Medizinstudierenden, wie in unserer bundesweiten Befragung „Berufsmonitoring Medizinstudenten 2014“ aufgezeigt werden konnte [4]. Im Gegensatz zu dem tatsächlich sehr guten Image der Hausärzte in der Bevölkerung [5, 6], hält nur rund jeder sechste Studierende die Allgemeinmedizin für eine geschätzte Facharztrichtung. Hinsichtlich konkreter Vorstellungen über die Tätigkeit als Hausarzt zeigt sich allerdings, dass die positiven Aspekte der Arbeit eine deutlich stärkere Zustimmung erfahren als die negativen Aspekte. Insgesamt rund 20 % der Studierenden sind prinzipiell an einer Weiterbildung in Allgemeinmedizin interessiert und knapp 37 % aller befragten Medizinstudierenden können sich vorstellen, sich nach der Facharztausbildung als Hausarzt mit eigener Praxis niederzulassen. Frauen sind dazu eher bereit als Männer.

Für rund ein Fünftel kommt Allgemeinmedizin dagegen auf keinen Fall als Facharztweiterbildung infrage. Der Hauptgrund scheint dabei häufig ein von vornherein mangelndes Interesse an Allgemeinmedizin zu sein. Daneben gilt die hausärztliche Tätigkeit bei vielen angehenden Ärzten immer noch als wenig anspruchsvoll, eintönig, abwechslungsarm, wirtschaftlich riskant und schlecht bezahlt [4]. Dem entsprechen die Einschätzungen des Prestiges bei zwei wichtigen Referenzgruppen für angehende Ärzte, nämlich Kommilitonen und anderen Ärzten. Die Allgemeinmedizin rangiert hier für beide Referenzgruppen auf dem vorletzten Platz. Dieses negative – und hinsichtlich der damit verbundenen, konkreten Vorstellungen über die Tätigkeit falsche – Image dürfte zu einem nicht unwesentlichen Teil dazu beitragen, dass sich mit konstanter Beharrlichkeit letztlich nur ein Zehntel für eine Weiterbildung in Allgemeinmedizin entscheidet [4, 12].

Fach- und sachgerechte Informationen über die tatsächliche Tätigkeit in der Allgemeinmedizin und deren Behandlungs- und Aufgabenspektrum sind nach wie vor dringend geboten und durchaus erfolgversprechend [4]. Dabei sollten solche Informationen bereits während des Studiums kontinuierlich vermittelt werden, da die meisten künftigen Ärzte in dieser Phase Präferenzen ausbilden und sich diese verfestigen – und negative Vorstellungen, die im Studium entstehen, in einer späteren Phase zu korrigieren ist ungleich aufwendiger und auch weniger erfolgversprechend als frühzeitig mit der Tätigkeit als Allgemeinmediziner und Hausarzt positive Assoziationen zu verbinden [4].

Hinsichtlich der späteren Niederlassung stellt sich die Situation im ländlichen Raum künftig noch kritischer dar. Auch hier dürfte eine entsprechende Imagekampagne, welche die positive Aspekte der Allgemeinmedizin und deren Bedeutung für die Patientenversorgung betont, auch die Wahl einer entsprechenden Facharztweiterbildung und die Bereitschaft, auch auf dem Lande tätig zu werden, erhöhen.

Limitationen der Studie

Allgemein stellen Online-Befragungen selbstselektive Stichproben aus einer nicht bekannten Gesamtheit dar, die wiederum in den meisten Fällen eine nicht-zufällige Auswahl aus der eigentlichen Grundgesamtheit – hier aller Medizinstudenten an deutschen Universitäten – darstellt. Es gilt daher zu beachten, dass die Ergebnisse nicht aus einer Zufallsauswahl entstammen und deshalb auch nicht im mathematisch-statistischen Sinn auf die Grundgesamtheit generalisiert werden können. Zudem handelt es sich natürlich um eine Momentaufnahme aktueller Präferenzen, Bewertungen und Erwartungen, die sich im Zeitverlauf ändern können und deren Extrapolation in die Zukunft immer hypothetisch ist.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Nur jeder sechste der befragten Medizinstudierenden hält die Allgemeinmedizin für eine in der Bevölkerung besonders geschätzte Facharztrichtung.

Auch bei Kommilitonen und praktizierenden Ärzten genießt die Allgemeinmedizin, nach Einschätzung der Studierenden, ein eher geringes Ansehen.

Für knapp ein Fünftel der Befragten kommt eine Weiterbildung in Allgemeinmedizin auf keinen Fall infrage.

Hinsichtlich konkreter Vorstellungen über die Tätigkeit als Hausarzt zeigt sich, dass die positiven Aspekte der Arbeit eine deutlich stärkere Zustimmung erfahren als die negativen Aspekte der hausärztlichen Tätigkeit.

Fach- und sachgerechte Informationen über die tatsächliche Tätigkeit in der Allgemeinmedizin und deren Behandlungs- und Aufgabenspektrum sollten bereits während des Studiums kontinuierlich vermittelt werden, um in Zukunft mehr Studierende für den Beruf des Hausarztes gewinnen zu können.

Da die Studie „Berufsmonitoring Medizinstudenten“ als Längsschnittstudie angelegt ist, werden in regelmäßigen Abständen – aktuell gehen wir von einem Turnus von vier bis fünf Jahren aus – neue Kohorten von Medizinstudierenden befragt. Dadurch ist es möglich, auch in Zukunft die Einstellungen und Vorstellungen der Studierenden bezüglich der Allgemeinmedizin zu untersuchen und Aussagen über Entwicklungen und Veränderungen über die Zeit hinweg treffen zu können.

Interessenkonflikte: keine angegeben.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. Rüdiger Jacob

Fachbereich IV, Soziologie, Universität Trier

Universitätsring 15

54296 Trier

Tel.: 0651 201–2658

jacob@uni-trier.de

Literatur

1. Bundesärztekammer. Ärztestatistik der Vorjahre. Berlin. www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/aerztestatistik/aerztestatistik-der-vorjahre/ (letzter Zugriff am 28.04.2016)

2. Bundesärztekammer. Ärztestatistik 2015. Berlin, 2016. www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/aerztestatistik/aerztestatistik-2015/ (letzter Zugriff am 28.04.2016).

3. Schneider A, Karsch-Völk M, Rupp A, et al. Determinanten für eine hausärztliche Berufswahl unter Studierenden der Medizin: Eine Umfrage an drei bayrischen Medizinischen Fakultäten. GMS Z Med Ausbild 2013; 30: Doc45

4. Jacob R, Kopp J, Schultz S. Berufsmonitoring Medizinstudenten 2014: Ergebnisse einer bundesweiten Befragung. Berlin: Kassenärztliche Bundesvereinigung, 2015

5. Institut für Demoskopie Allensbach. Allensbacher Berufsprestige-Skala 2013. Allensbacher Kurzbericht 2013. www.ifd-allensbach.de/uploads/tx_reportsn docs/PD_2013_05.pdf (letzter Zugriff am am 10.12.2015)

6. Bundesleitung des dbb Beamtenbundes und Tarifunion 2015. Bürgerbefragung öffentlicher Dienst. Einschätzungen, Erfahrungen und Erwartungen 2015. Berlin. www.dbb.de/fileadmin/pdfs/ 2015/forsa_2015.pdf(letzter Zugriff am am 10.12.2015)

7. Natazon I, Szecsenyi J, Götz K, Joos S. Das Image der hausärztlichen Profession in einer sich wandelnden Gesellschaft – Eine qualitative Befragung von Hausärzten. Med Klin 2009; 104: 601–7

8. Schmacke N. Das Ansehen der Allgemeinmedizin. Z Allg Med 2010; 86: 113–5

9. Götz K, Broge B, Willms S, Joos S, Szecsenyi J. Die Arbeitszufriedenheit von Allgemeinmedizinern. Med Klin 2010; 105: 767–71

10. Smith R. Why are doctors so unhappy? BMJ 2001; 322: 1073–4

11. McGlone SJ, Chenoweth IG. Job demands and control as predictors of satisfaction in general practice. BMJ 2001; 175: 85–6

12. Jacob R, Heinz A, Müller CH. Berufsmonitoring Medizinstudenten 2010: Ergebnisse einer bundesweiten Befragung. Köln, 2012

13. Kopp J, Lois D. Sozialwissenschaftliche Datenanalyse. 2. Aufl. Wiesbaden, 2014

14. Frietsch R, Wirth H. Die Übertragung der Magnitude-Prestige-Skala von Wegener auf die Klassifizierung von Berufen. ZUMA-Nachrichten 2001; 48: 139–63

15. Kopp J, Kaucher M, Jacob R, Richter N, Gibis B, Trebar B. Facharztweiterbildung, Berufserwartungen und Berufsvorstellungen von Medizinstudierenden. Die Rolle der Allgemeinmedizin. Z Allg Med 2016; 92: 154–60

Abbildungen:

Abbildung 1 Wahrgenommene Prestigeeinschätzung der verschiedenen Facharztrichtungen durch Kommilitonen und praktizierende Ärzte (in Prozent)

Tabelle 1 Vorstellungen über die hausärztliche Tätigkeit (in Prozent)

Abbildung 2 Verteilung der wahrgenommenen positiven und negativen Aspekte der hausärztlichen Tätigkeit (Kerndichteschätzer)

Abbildung 3 Anteile (in Prozent) der verschiedenen Weiterbildungs- und Berufsoptionen

Tabelle 2 Einflussgrößen auf die Wahl einer Facharztweiterbildung in Allgemeinmedizin beziehungsweise der Bereitschaft, als Landarzt tätig zu werden (odds ratios)

1 Universität Trier, Fachbereich IV, Soziologie, Trier 2 Kassenärztliche Bundesvereinigung, Berlin Peer reviewed article eingereicht: 31.03.2016, akzeptiert: 01.06.2016 DOI 10.3238/zfa.2016.0321–0325


(Stand: 15.07.2016)

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