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Mundgeruch bei Morbus Crohn: ein banales Problem?

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Andreas Klement

Schlüsselwörter: Allgemeinmedizin Glossitis Morbus Crohn Mundgeruch Mundtrockenheit

Hintergrund: Orale Manifestationen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (inflammatory bowel disease, IBD) sind häufig. Typische Symptome hierfür können scheinbar banale Beschwerden wie Mundgeruch, Zungenbrennen und Mundtrockenheit sein. Anhand eines Fallberichts werden Überlegungen zur Differenzialdiagnostik und Hinweise auf abwendbar gefährliche Verläufe („red flags“) vorgestellt.

Fallbericht: Ein 54-jähriger Patient klagte über neu aufgetretenen starken Mundgeruch, Mundtrockenheit und Zungenbrennen. Bekannt waren seit 15 Jahren ein Morbus Crohn mit endständigem Anus praeter, aktueller Fistelbildung des Beckenbodens und komplexer medikamentöser Therapie. Bei der Inspektion der Mundhöhle fand sich eine belegte, grob gefaltete Zunge mit einer tiefen längsverlaufenden Fissur. Lokale Behandlungsmaßnahmen waren nicht erfolgreich und eine Histologie unspezifisch. Erst nach chirurgischer Fistelexzision und anschließender Umstellung der immunsuppressiven systemischen Therapie besserten sich die Beschwerden.

Schlussfolgerungen: Orale Manifestationen von IBD sind eine bedeutsame Differenzialdiagnose bei scheinbar banalen Problemen der Mundhöhle und sollten – neben anderen „red flags“ – bei der Langzeitversorgung von IBD-Patienten berücksichtigt werden.

Leiter Sektion Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Halle (Saale) DOI 10.3238/zfa.2018.0303–0305

Hintergrund

Unspezifische Beschwerden der Zunge und/oder Mundhöhle sind oft ein diagnostisches Problem, obwohl sich die Zunge leicht untersuchen lässt. Normvarianten und pathologische Befunde oder gar Hinweise auf abwendbar gefährliche Verläufe („red flags“) können sehr ähnlich aussehen [1].

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (inflammatory bowel disease, IBD) sind mit einer Prävalenz von ca....


(Stand: 19.07.2018)

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