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Kopfschmerz in der hausärztlichen Praxis

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Jan Hendrik Oltrogge, Silke Brockmann, Martin Scherer

Schlüsselwörter: Allgemeinmedizin Kopfschmerz Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz# Migräne Spannungskopfschmerz

Hintergrund: Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Gesundheitsstörungen. Die Herausforderung für den konsultierten Hausarzt besteht – neben einer rationalen Diagnostik zum Erkennen von abwendbar gefährlichen Verläufen – in der Aufklärung des Patienten und dem patientenzentrierten Einsatz nicht-medikamentöser und medikamentöser Behandlungsstrategien.

Suchmethodik: Der Artikel basiert zu großen Teilen auf dem Kapitel 2 „Kopfschmerz“ des Lehrbuchs „Duale Reihe Allgemeinmedizin und Familienmedizin“ (5. Auflage, 2017). Zusätzlich wurden gültige nationale und ausländische Leitlinien konsultiert und eine pragmatische Suche unter dem Stichwort (medical subject heading) „headache“ in der Datenbank Pubmed durchgeführt.

Wichtigste Botschaften: An der Systematik der 2018 aktualisierten International Classification of Headache Disorders (3rd edition, ICHD-III) für primäre und sekundäre Kopfschmerzformen kann sich ein pragmatisches diagnostisches Vorgehen des Hausarztes gut orientieren. Anamnese und klinische Befunderhebung sind häufig ausreichend, eine diagnostische Bildgebung ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Ein Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz (an dem schätzungsweise 1–2 % aller Menschen mit chronischen Kopfschmerzen leiden) wird vermutet, wenn Patienten mit einer diagnostizierten Kopfschmerzerkrankung an ≥ 15 Tagen pro Monat über mindestens drei Monate Kopfschmerzmittel einnehmen.

Schlussfolgerungen: Bei Patienten mit chronischen Kopfschmerzen sollte trotz anderer primärer Beratungsanlässe eine sorgfältige Anamnese erhoben werden. Die Anwendung der Diagnosekriterien der ICHD-III ermöglicht eine evidenzbasierte Behandlung der häufigsten akuten und chronischen Kopfschmerzformen und vermindert das Risiko für einen schädlichen Medikamentenübergebrauch.

1 Institut für Poliklinik und Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 2 Swissmedic, Schweizerisches Heilmittelinstitut, Bern DOI 10.3238/zfa.2018.0306–0312

Fallbeispiel

Ein 67-jähriger Patient, ehemaliger Bergmann, stellt sich erstmals bei einer Allgemeinmedizinerin vor, da sein bisheriger Hausarzt in den Ruhestand gegangen ist: „Ich habe seit 22 Jahren Migräne. Jetzt wieder seit drei Tagen – durchgehend rechte Gesichtsseite mit Übelkeit und Erbrechen.“ Bei akuten Kopfschmerzen...


(Stand: 19.07.2018)

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