Loading...

ZFA-Logo

Die palliative Sedierung – Was der Hausarzt wissen sollte

PDF

Daniel Stanze, Henrikje Stanze

Schlüsselwörter: Palliativmedizin Symptomkontrolle Therapierefraktärität palliative Sedierung unerträgliches Leid

Hintergrund: Patienten mit fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankungen wünschen sich einen Sterbeprozess ohne „leiden zu müssen“. Die heutige Medizin bietet viele Möglichkeiten zur Symptomkontrolle, jedoch gelingt nicht immer eine zufriedenstellende Linderung von unerträglichen physischen und psychischen Symptomen. Sollten Methoden der Palliation innerhalb eines akzeptablen Zeitrahmens keine lindernde Wirkung zeigen bzw. unzumutbare Nebenwirkungen eintreten, kann eine palliative Sedierung helfen. Dabei handelt es sich um den zeitlich begrenzten oder permanenten Einsatz bewusstseinsdämpfender Medikamente mit dem Ziel, eine suffiziente Leidenslinderung zu erreichen und den Sterbeprozess bei extremer Symptomlast erträglicher zu machen.

Suchmethodik: Pragmatische Suche unter den Stichwörtern „Palliative Sedierung“ und „Terminale Sedierung“ in medizinischen Datenbanken.

Wichtigste Botschaften: Der Entscheidungsprozess zur Durchführung einer palliativen Sedierung sollte wohl durchdacht und sowohl im interdisziplinären als auch multiprofessionellen Team diskutiert werden. Eine hilfreiche Orientierung bietet dafür die Leitlinie der European Association for Palliative Care (EAPC). Zur Feststellung einer Therapierefraktärität ist beispielsweise ein auf Erfahrungen beruhender professioneller Austausch zwischen Hausarzt und einem Palliativmediziner oder SAPV-Team (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) ein wichtiges Vorgehen im Rahmen der Indikationsstellung. Die Familie muss in dieser anstrengenden und belastenden Situation eng mitbetreut werden.

Schlussfolgerungen: Hausärzte sollten sich unbedingt ermutigt fühlen, mit einem Palliativmediziner Rücksprache zu halten, um diese schwierige Entscheidung gemeinsam zu treffen. Insbesondere für die reibungslose Umsetzung und Überwachung einer palliativen Sedierung ist die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen ambulanten Palliativteam (SAPV) mit seinen personellen und technischen Ressourcen unbedingt ratsam. Zur adäquaten und sicheren Umsetzung ist zudem die Möglichkeit der Aufnahme auf eine Palliativstation oder in ein Hospiz zu erwägen.

1 PalliativTeam Frankfurt gGmbH 2 Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Palliativmedizin DOI 10.3238/zfa.2019.0298–0302

Hintergrund

In Deutschland ist 2015 eine öffentliche Debatte bezüglich der Sterbehilfe neu entfacht worden, was dazu geführt hat, dass die Palliativmedizin als mögliche „Alternative“ ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Diese Diskussion wird seit Jahrzehnten auf unterschiedlichen nationalen und internationalen Ebenen kontrovers geführt.

Wie kommt es zu diesem Ansatz? Die...


(Stand: 16.07.2019)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.