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Sektionsbericht Weiterbildung 2009

Thomas Lichte

Der Weg zum Ziel – also eine gute Weiterbildung – ist ein wichtiger Teil für ein zufriedenes (Berufs-)Leben. Die Mitglieder der DEGAM-Sektion Weiterbildung versuchen flexible und möglichst übersichtliche Möglichkeiten für dieses Ziel „Allgemeinarzt“ zu schaffen.

Nach meiner Neuwahl zum Sektionssprecher im Herbst 2008 in Berlin – Dr. Kölling war aus persönlichen Gründen leider zurückgetreten – stand im Vordergrund die Vorbereitung auf eine Verbesserung der Weiterbildungsordnung „Allgemeinmedizin“.

In vielen Gesprächen und Rückmeldungen, besonders von Studierenden und gerade examinierten Ärzten, kann man eine Orientierungslosigkeit und auch Abschreckung erkennen, die letztendlich die Berufswahl „Allgemeinmedizin“ zur zweiten Wahl werden lassen.

Kooperation mit der „Jungen Allgemeinmedizin Deutschland“ – JADe

Mit Dr. Marcus Schmidt, Arzt in der Schlussphase der Weiterbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin, als Stellvertreter ist der Vorstand der Sektion Weiterbildung breit aufgestellt. Mit der noch relativ jungen Organisation der JADe (JA-De@gmx.de) kooperiert die DEGAM, insbesondere die Weiterbildungssektion, bereits in vielen Bereichen. So finden nach gemeinsamer Erstellung des Positionspapiers und der Thesen zur qualitativ hochstehenden Allgemeinmedizin jetzt auch gemeinsame Konferenzen und Gespräche mit anderen politischen Gremien statt.

DEGAM-Positionspapier zur Weiterbildung

Zur Übersicht und Einbindung aller Interessierten, insbesondere der DEGAM-Vorstands- und Sektionsmitglieder (WB), wurde zunächst ein Positionspapier zur allgemeinmedizinischen Weiterbildung erstellt; Änderungen und Wünsche von 30 Aktiven mussten integriert werden in das jetzt sechsseitige Dokument. Zunächst wird dieses Positionspapier als Grundlage interner Diskussionen gesehen, auch z. B. zur Abstimmung mit dem Deutschen Hausärzteverband (DHÄV). Das Papier wird demnächst auf der DEGAM-Homepage erscheinen.

Leitfaden zur Verbundweiterbildung

Von Prof. N. Donner-Banzhoff wurde gerade eine aktualisierte 2. Auflage seines Kompendiums zur „Verbundweiterbildung zum Allgemeinarzt – Ein Leitfaden für die Planung, Einrichtung und Führung von Weiterbildungsverbünden“ erstellt. (Link DEGAM-Homepage?). Hier sind für Weiterbilder und Ärzte in Weiterbildung übersichtlich alle wichtigen Aspekte für eine sinnvolle und auch ökonomisch gestaltete allgemeinmedizinische Weiterbildung in Verbünden dargestellt.

Thesen zur Weiterbildung Allgemeinmedizin

In 7 Thesen hat die DEGAM-Weiterbildungssektion zusammen mit dem DEGAM-Vorstand die Zielrichtung für eine qualitativ hochstehende und umsetzbare Weiterbildung zu Allgemeinärzten formuliert. Hier stehen u. a. im Mittelpunkt die adäquate Stellung des Faches Allgemeinmedizin in der WBO, die Heraushebung der Alleinstellungsmerkmale der Allgemeinmedizin, wichtige Bestandteile der Weiterbildung und qualitätsfördernde Strukturen für Organisation und Ablauf der Weiterbildung (Verbünde). Zum nächsten DEGAM-Kongress werden die abgestimmten Thesen in den Mitgliederversammlungen und in einem entsprechenden Workshop vorgestellt.

Kooperation Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Allgemeinärzten

Insbesondere wegen der teils fließenden Übergänge der beiden Grundversorgungsdisziplinen Pädiatrie und Allgemeinmedizin und gelegentlich schwieriger Abgrenzungen, besonders unter honorarpolitischen Aspekten (Angelegenheit der Berufsverbände), sind u. a. von der Initiativgruppe von Prof. Klimm eher unter Fortbildungsgesichtspunkten und zur Entwicklung von Kooperationsmodellen Treffen in hervorragendem Klima organisiert worden.

Die Bundesärztekammer hat im April 2009 auch zur Vorbereitung einer neuen Weiterbildungsordnung (WBO) Allgemeinmedizin einen Gesprächkreis gegründet, auf dessen Sitzung im Juli 2009 die Sektion erstmalig Auszüge des Positionspapiers zur Kooperation mit Pädiatern (erarbeitet u. a. von der Versorgungssektion) vorgestellt hat.

Kooperation mit dem Deutschen Hausärzteverband – DHÄV

Im Juli fanden nach entsprechenden Vorbereitungen und Austausch der Standpunkte zur allgemeinmedizinischen Weiterbildung erste Treffen mit Uli Weigeldt, dem Vorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbandes, und weiteren Vertretern des DHÄV statt. Auf der Grundlage des Positionspapiers und der von der DEGAM vorgeschlagenen Thesen zur allgemeinmedizinischen Weiterbildung wurden Gemeinsamkeiten aber auch Problembereiche herausgearbeitet, auf Grundlage derer jetzt eine gemeinsame Plattform für Gespräche mit der Bundesärztekammer wegen einer bevorstehenden Änderung der Weiterbildungsordnung erarbeitet wird.

Ideen und Ausblicke der DEGAM-Sektion Weiterbildung

Dank der neu eingerichteten DEGAM-Geschäftsführung wird jetzt auch die Kooperation der Sektionsmitglieder untereinander verbessert werden können. Arbeitsgruppen zu spezifischen Bereichen der Sektionsarbeit werden auf dem nächsten DEGAM-Kongress in Heidelberg Anfang Oktober 2009 konstituiert werden. Hier sind als Themenbereiche u. a. von großer Wichtigkeit der Vergleich der Weiterbildungssituation vor allem in Europa, Erarbeitung von umsetzbaren Modellen zur flächendeckenden Einrichtung von Weiterbildungsgruppen und Erstellung von Koordinationskonzepten zur zielorientierten allgemeinmedizinischen Weiterbildung. Auch eine AG Homepage sollte mithelfen, dieses wichtige Medium besser nutzen zu können, um die Kontakte aller Allgemeinärzte und der Ärzte in Weiterbildung untereinander zu verbessern.

Großer Dank gilt allen Aktiven aus DEGAM-Vorstand und der Sektion.

Mit Optimismus die Allgemeinmedizin mit voranzubringen, grüßt Sie

Korrespondenzadresse:

Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Lichte

Institute/Lehrstuhl für Allgemeinmedizin

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg

Tel.: 0391 / 67 21 009, Fax: 0391 / 67 21 010

E-Mail: thomas.lichte@med.ovgu.de

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Magdeburger Str. 18, 06112 Halle

Tel.: 0345 / 557 53 39, Fax: 0345 / 557 53 40

E-Mail: thomas.lichte@medizin.uni-halle.de


(Stand: 31.05.2011)

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