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Sektionsbericht Forschung 2009

Eva Hummers-Pradier

Internationaler Forschungskurs

Nach der erfolgreichen Durchführung des ersten Teils des internationalen Forschungskurses im März 2008 richtete die DEGAM gemeinsam mit der NHG (Nederlands Huisarts Genootschap) und Domus Medica (Fachgesellschaft der belgischen Hausärzte) den zweiten (modularen) Teil des Kurses aus. Ein Drittel der 30 Teilnehmer kam dabei aus den Reihen der DEGAM, die die Teilnahme auch finanziell unterstützte. Der Kurs gliederte sich in drei Blöcke à drei Tagen und fand vom 6.–8. November 2008 in Antwerpen, vom 19.–21. März 2009 in Düsseldorf und vom 10.–12. September 2009 in Maastricht statt. Nachdem im ersten Teil des Kurses die Grundlagen allgemeinmedizinischer Forschungsmethodik im Vordergrund standen, beinhaltete der zweite Teil des Forschungskurses Aspekte komplexer Studiendesigns, wie z. B. Cluster-Randomiserung, die Herangehensweise an epidemiologische Fragestellungen, die Interpretation von Meta-Analysen, sowie eine Einführung in die Grounded Theory. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Vorbereitung der Publikation der eigenen, von den Teilnehmern während des Verlaufes des Kurses bearbeiteten Forschungsprojekte.

Die zum Teil recht unterschiedlichen Lehr- und Lernkulturen der beteiligten Länder stellten in ihrer Kombination eine große Bereicherung für den Kurs dar. Nächstes Ziel ist nun die Weiterentwicklung des Kurskonzeptes mit dem Ziel einer festen Institutionalisierung in den beteiligten Fachgesellschaften. Angedacht ist dabei, die Kurse in einem 2-Jahres-Rhythmus stattfinden zu lassen.

Der traditionelle Forschungskurs der DEGAM in Freiburg konnte in diesem Jahr aufgrund der geringen Zahl von Anmeldungen nicht stattfinden.

Forschungsförderung

Die Zahl allgemeinärztlicher Gutachter bei der DFG nimmt weiter zu. Geplant ist, für die Fachkollegienwahl 2011 für die DEGAM das Vorschlagsrecht zu beantragen.

Die Bemühungen des Präsidenten und der Sektion um eine Fortsetzung des BMBF- Förderprogramms für allgemeinmedizinische Nachwuchswissenschaftler bzw. die Einrichtung einer anderen fachspezifischen Fördermaßnahme waren bisher leider nicht erfolgreich. Verwiesen wurde auf ein geplantes größeres Förderprogramm „Versorgungsforschung“. Allerdings ist dessen ursprünglich wohl für das Frühjahr geplante Ausschreibung bis zum August 2009 noch nicht erfolgt, ausgeschrieben wurde jedoch ein Programm „Chronische Krankheiten und Patientenorientierung“.

Auch in den diversen Förderprogrammen der DFG (http://www.dfg. de/forschungsfoerderung/foerderung_ uebersicht.html) werden inzwischen einige allgemeinmedizinische Anträge gestellt. Insbesondere gab es in den letzten Jahren mehrere Anträge im BMBF-DFG-Programm Clinical Trials, Einzelne schafften es inzwischen in die zweite Begutachtungsrunde. Bisher wird jedoch in diesem extrem kompetitiven Programm noch kein allgemeinmedizinisches Projekt gefördert.

Eine Arbeitsgruppe „Klinische Studien“ mit 15 Teilnehmern aus acht allgemeinmedizinischen Instituten bzw. Abteilungen hat einen Antrag auf DFG-Förderung wissenschaftlicher Netzwerke gestellt, der derzeit begutachtet wird.

Eine Reihe anderer Ausschreibungen standen bzw. stehen grundsätzlich ebenfalls für allgemeinmedizinische Themen offen, Näheres findet sich unter http:// www.gesundheitsforschung-bmbf.de oder www.dlr.de sowie den Internetseiten und Informationsschriften anderer Institutionen bzw. Stiftungen.

Für das zukünftige 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union ab 2011 wurden zwei Themenvorschläge an die entsprechende deutsche Koordinationsstelle eingereicht. Zum Themenfeld „Quality, efficiency and solidarity of health care systems including transitional health“ erfolgte ein Vorschlag: „Innovative Konzepte der Primärversorgung“. Zum Themenfeld „Biotechnology, generic tools and medical technologies for human health: Predicting suitability, safety and efficacy of therapies“ wurde „Klinische Forschung in der Primärversorgung – Effektivität, Nutzen und Sicherheit von Therapiemaßnahmen unter Alltagsbedingungen“ als Thema vorgeschlagen.

Internationale Kontakte

Über die Personalunion aus Sektionssprecherin, EGPRN-Vizepräsidentin und deutscher Vertreterin sowie Präsidiumsmitglied der WONCA-Europe besteht eine Einbindung in internationale Gremien bzw. Netzwerke und vielfältige Kontakte. Mehr deutsche Kollegen als in den Vorjahren nahmen an internationalen allgemeinmedizinischen Kongressen teil; bei den beiden EGPRN-Kongressen gingen ein 1. und ein 2. Posterpreis an deutsche Teilnehmerinnen.

Korrespondenzadresse:

Prof. Dr. med. Eva Hummers-Pradier

Institut für Allgemeinmedizin

Medizinische Hochschule Hannover

Carl-Neuberg-Str. 1

30625 Hannover

E-Mail: hummers-pradier.eva@mh-hannover.de


(Stand: 31.05.2011)

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