Loading...

ZFA-Logo

Sektionsbericht Qualitätsförderung 2010

PDF

Joachim Szecsenyi, Martin Scherer

Im Hinblick auf die Positionierung der DEGAM zum Thema Qualitätsindikatoren gab es im vergangenen Jahr eine Diskussion innerhalb des DEGAM-Präsidiums, die, um die ganze Bandbreite der Argumente für alle Mitglieder darzustellen, in Form von zwei getrennten Positionspapieren (Abholz / Egidi, Juni-Ausgabe und Scherer / Niebling / Szecsenyi, August-Ausgabe) in der ZFA veröffentlicht wurden. Das rege Interesse unter den Mitgliedern zeigte sich in der Diskussion während der Mitgliederversammlung im September 2009.

Das weitere Vorgehen zum Thema Qualitätsindikatoren sah unter anderem vor:

  • eine Stellungnahme der DEGAM zu den AQUIK-Indikatoren der KBV,
  • eine Diskussion des Themas innerhalb eines Workshops zu „Pay-for-Performance“ auf dem DEGAM / Versorgungsforschungskongress. Über diesen ausgesprochen erfolgreich verlaufenen Workshop hatten wir bereits im Rahmen einer „Kongressnachlese“ in der ZFA berichtet,
  • die Umsetzung der inzwischen zwei Jahre alten Beschlüsse, Qualitätsindikatoren bei der DEGAM-Leitlinien-Entwicklung zu berücksichtigen.

Wegen Arbeitsüberlastung der Autoren und möglicherweise auch Unklarheiten darüber, wie man das methodisch bewerkstelligen soll, war dies jedoch bisher nicht geschehen.

Die Arbeitsgruppe „Qualitätsindikatoren“ der DEGAM hat sich der Entwicklung von Qualitätsindikatoren zu DEGAM-Leitlinien in diesem Jahr nun intensiv gewidmet.

Auf einem ersten, anderthalb tägigen Treffen im März dieses Jahres konstituierte sich die Gruppe und beschloss die Entwicklung von Qualitätsindikatoren (QI) zu den DEGAM-Leitlinien (LL) Demenz, Halsschmerzen und Nackenschmerzen. Während des Treffens wurde dann die Methodik der Entwicklung abgestimmt und in Kleingruppen wurden erste Vorschläge zu Qualitätsindikatoren erarbeitet. Diese Vorschläge wurden im Anschluss an die Sitzung durch JS und MS auf Indikatoren-Bewertungsblätter übertragen.

Im Nachgang zu diesem ersten Workshop zum Thema Qualitätsindikatoren aus DEGAM LL wurden an die Kleingruppenleiter bzw. LL-Autoren die Bewertungsunterlagen mit der Bitte um Weiterbearbeitung durch die LL Autoren versandt. Anschließend erhielt jedes Mitglied der Gruppe ein Manual mit ersten Indikatorenvorschlägen, die dann von jedem Teilnehmer nach den Kategorien „Relevanz“ und „Klarheit / Verständlichkeit“ bewertet und im Freitext kommentiert werden konnten. In einem weiteren Präsenztreffen wurden dann alle Vorschläge intensiv diskutiert, ggf. verändert und dann während des Treffens nochmals schriftlich bewertet. Ende August / Anfang September sollen dann die verbliebenen Indikatorenvorschläge unter dem Gesichtspunkt der Praktikabilität und verschiedener Einsatzmöglichkeiten in der Versorgung schriftlich bewertet werden. Bei einem letzten Workshoptreffen am Vortag des diesjährigen DEGAM-Kongresses in Dresden sollen die Indikatoren dann weitgehend finalisiert und nachfolgend dem DEGAM-Präsidium sowie der Mitgliederversammlung vorgestellt werden. Die Methodik sowie die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen abschließend der ZFA zur Publikation angeboten werden.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es möglich ist, Qualitätsindikatoren aus DEGAM-Leitlinien abzuleiten. Der Aufwand, diese dann aber in einem strukturierten Verfahren unter Einbeziehung von Wissenschaftlern und Praktikern zu validieren, ist jedoch erheblich. Und erst wenn man die Indikatoren dann später einmal unter Praxisbedingungen angewandt hat, wird sich zeigen, welchen Beitrag die zugrundeliegenden Leitlinien und die Indikatoren zur Qualitätsförderung in der Allgemeinmedizin tatsächlich leisten.

Korrespondenzadresse:

Prof. Dr. med. Joachim Szecsenyi

Voßstr. 2

69115 Heidelberg

E-Mail: joachim.szecsenyi@med.uni-heidelberg.de


(Stand: 14.09.2010)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.