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Sektionsbericht Studium und Hochschule 2011

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Antje Bergmann, Maren Ehrhardt

Veränderungen innerhalb der Sektion

Zum 44. Jahreskongress der DEGAM im September 2010 wurden die Sektionssprecherin Frau Prof. Dr. Bergmann neu gewählt und die Stellvertreterin Frau Dr. Ehrhardt im Amt bestätigt. Frau Prof. Baum wird als Vizepräsidentin der DEGAM jedoch mit der Sektion Studium und Hochschule auch in der Zukunft sehr eng zusammenarbeiten.

Aufgaben der Sektion

Die Hauptaufgabe der Sektion ist es, das Fach Allgemeinmedizin an den Fakultäten in Lehre und Forschung zu stärken. Regelmäßig erfolgt eine Erhebung der einzelnen Standorte. Auch in der kommenden Legislatur wird die Sektion Ansprechpartner in organisatorischen und inhaltlichen Fragestellungen sein. Wir unterstützen die Vernetzung der einzelnen Standorte und vermitteln Ansprechpartner zu spezifischen Fragen zu Ausbildung und Forschung innerhalb der Lehre.

Mit der Gesellschaft für medizinische Ausbildung (GMA) bestehen weiterhin enge personelle Verbindungen – insbesondere über den dortigen Ausschuss Primärversorgung und das Vorstandsmitglied Dr. Markus Gulich. Mit der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA) und ihrem Vorsitzenden Prof. Wilhelm Niebling verbindet uns eine enge Zusammenarbeit.

Aktuelles

Allgemeinmedizinisches Pflichtteil im PJ

Derzeit wird die Einführung eines Pflicht-Quartals Allgemeinmedizin diskutiert. Neben Innere, Chirurgie und einem Wahlfach würde jeder Studierende 3 Monate in einer Allgemeinmedizinischen Praxis absolvieren. Grundsätzlich begrüßen wir die Einführung eines allgemeinmedizinischen PJ-Quartals. Allerdings wäre hierzu eine deutliche Ausweitung der Kapazitäten, eine entsprechende finanzielle Entlohnung der Praxen und die Schaffung bzw. der Ausbau von Organisationsstrukturen und didaktischen Begleitprogrammen vor Ort notwendig.

Nachwuchsakademie

Im Frühjahr dieses Jahres wurde innerhalb des Präsidiums der DEGAM der einstimmige Beschluss gefasst, eine Nachwuchsakademie der DEGAM einzurichten. Ziel dieser Akademie ist es, möglichst frühzeitig den interessierten Nachwuchs (Studierende der Medizin) an die Allgemeinmedizin und die DEGAM zu binden.

Die DEGAM-Nachwuchsakademie ist ein Teil eines geplanten mehrstufigen Konzeptes der DEGAM zur Nachwuchsförderung. Das Konzept wird auf dem DEGAM-Kongress vorgestellt.

Summerschool

Ein weiterer Baustein innerhalb der Nachwuchsförderung ist die Summerschool. Diese wird erstmalig in diesem Jahr von den Allgemeinmedizinischen Abteilungen in Göttingen, Freiburg und Bochum organisiert, in Freiburg durchgeführt und soll jährlich an die einzelnen Hochschulstandorte wechseln. Das Interesse der Studierenden überstiegt bei weitem die verfügbaren Plätze. Auf dem DEGAM-Kongress in Salzburg wird das Konzept der Summerschool vorgestellt.

Netzwerk ELA „E-Learning in der Allgemeinmedizin“

Eine Untergruppe der Sektion befasst sich seit 2009 unter der Federführung von Dr. Waldmann mit verschiedenen allgemeinmedizinischen E-Learning-Angeboten. Aktuell befindet sich eine Lernplattform im Aufbau, die einen Austausch der verschiedenen Angebote ermöglichen soll.

Entwicklung der Abteilungen, Institute und Lehrgebiete an den Hochschulen

Der positive Trend der letzten Jahre zur Institutionalisierung der einzelnen Hochschulstandorte hält an. So konnten z.B. in Mainz und Dresden im letzten Jahr neu geschaffene Lehrstühle besetzt werden. Neu ausgeschrieben wurde Greifswald. Erlangen bereitet eine Ausschreibung vor. Wiederbesetzt wurden Hamburg und Göttingen.

An 13 Standorten gibt es C4/W3- Professuren (vgl. 2010: 12 Standorte), davon einmal als Äquivalent mit einem halben BAT-Vertrag und dreimal als halbe Stelle. 13 Standorte verfügen über C3/W2-Professuren (vgl. 2010: 10 Standorte), davon sind 7 halbe Professuren, einmal eine 0,75 Stelle. Somit haben 19 (17 im Jahr 2008, 20 im Jahr 2009, 21 im Jahr 2010) der 36 Hochschulstandorte mindestens eine institutionalisierte (Teilzeit-)Professur.

25 Standorte verfügen darüber hinaus über mindestens 0,4 bis maximal 7 BAT-Stellen, darunter 5 ohne institutionalisierte oder im Besetzungsverfahren befindliche Professuren. Somit verbleiben 5 Universitäten (Bonn, Erlangen, Homburg/Saar, Kiel, Regensburg), die derzeit über keine festen wissenschaftliche Personalstellen verfügen können.

An 5 Hochschulen steht der Allgemeinmedizin keinerlei eigenes Sekretariatspersonal zur Verfügung, die übrigen haben 1/5 bis 4 Stellen für nichtwissenschaftliches Personal. An 4 Standorten gibt es keine eigenen Räume für die Allgemeinmedizin.

Erfreulich ist die stetig zunehmende Einwerbung von Drittmitteln. An 9 Abteilungen wurde in den letzten 10 Jahren Drittmittel in Höhe von 1 bis 7 Millionen Euro eingeworben. Weitere 7 Standorte konnten Drittmittel zwischen 18.000 und 300. 000 Euro einwerben.

Trotz des insgesamt erfreulichen Trends ist eine flächendeckende Institutionalisierung nach wie vor nicht erreicht.

Lehre

Lehrangebote in der Allgemeinmedizin

Das Pflicht-Blockpraktikum in der Allgemeinmedizin wird in den Regelstudiengängen an 13 Universitäten einwöchig (davon an 1 Fakultät nur halbtags), zweiwöchig an 14 und länger an 3 Hochschulen im Regelstudiengang durchgeführt. Außerdem bieten alle Hochschulen neben dem Blockpraktikum zusätzlichen Unterricht in Seminarform bzw. als Vorlesung oder als Wahlpflichtfach an. Hinzu kommen 24 Standorte, an denen in unterschiedlichem Umfang Querschnittsbereiche (QB Medizin des Alterns und des alten Menschen, QB Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren, QB Palliativmedizin) und interdisziplinäre Unterrichtsveranstaltungen im klinischen Studienabschnitt (POL, Kommunikationstraining, Untersuchungskurse) angeboten werden. Einige Standorte beteiligen sich an Lehrveranstaltungen oder leiten diese wie beispielsweise die „Einführung in die klinische Medizin“ und die „Berufsfelderkundung“ in der Vorklinik.

Lehrpraxen und Lehraufträge

Die Zahl der Lehrpraxen variiert an den einzelnen Fakultäten zwischen 50 und 250. Bezahlte Lehraufträge existieren an 29 Fakultäten (3 bis 96).

PJ-Wahltertial Allgemeinmedizin

Aktuell wird an 33 Standorten ein allgemeinmedizinisches PJ-Tertial durchgeführt. In Westfalen-Lippe und Niedersachsen existiert eine externe Förderung durch die KV und eine Anerkennung des Tertials Allgemeinmedizin auf die Weiterbildungszeit. Eine Bezahlung des PJ-Abschnittes für die Lehrpraxen ist noch immer nicht an allen Standorten erreicht. An den anderen Standorten differiert die aktuelle Vergütung des PJ Allgemeinmedizin stark (zwischen 1000 und 3000 Euro).

Fazit

 

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung an den Fakultäten, dem hohen Engagement der Allgemeinmedizin in der Lehre und aller Wertschätzung auf politischer Ebene ist die Allgemeinmedizin an vielen Medizinischen Fakultäten noch deutlich unterrepräsentiert. Eine Institutionalisierung und Einrichtung von Lehrstühlen an jeder Fakultät wird von der Sektion Studium und Hochschule weiterhin gefordert. Durch herausragende Lehrleistungen und sehr gute Evaluationsergebnisse sowie eine Zunahme der Forschungsaktivitäten auch im Bereich der Lehre können wir unsere Position stärken.

Kritisch beobachten wir die jüngsten Entwicklungen an einzelnen Standorten wie z.B. in Kassel. Hier wird diskutiert, ob ein Klinikkonzern sich aktiv an der Ausbildung beteiligen kann, diese als „Kassel Medical School of Medicine“ gar übernehmen kann.

Wir laden alle Interessierten ein, sich aktiv an unseren Aktivitäten zu beteiligen und Mitglied der Sektion Studium und Hochschule zu werden.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Antje Bergmann

Bereich Allgemeinmedizin

Medizinische Klinik III

Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“ der Technischen Universität Dresden

Fetscherstraße 74, 01307 Dresden

E-Mail: <br/>Antje.Bergmann@uniklinikum-dresden.de


(Stand: 14.09.2011)

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