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Hypertonie: Wissenschaftlich unbelegte Bevorzugung von Sartanen

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Die Güte der Blutdruckeinstellung bei behandelten Hypertonikern gibt immer wieder Anlass zu Kritik, wobei – je nach Interessenleitung – unterschiedliche Zahlen lanciert werden.

Eine soeben veröffentlichte, repräsentative Querschnittsstudie aus Schweizer Praxen ergab jetzt, dass die Qualität der medikamentösen Einstellung offenbar angestiegen ist. 281 zufällig ausgewählte Ärztinnen und Ärzte stellen die prospektiven Daten von fünf konsekutiven Konsultationen bei 1.376 Patienten zur Verfügung. Von den 281 Teilnehmern waren 181 Hausärzte, 91 Internisten und 9 Kardiologen. 68% der Patienten kamen aus allgemeinärztlichen Praxen.

Das mittlere Alter der Patienten betrug 65 Jahre, 54% waren Männer und rund 26% wiesen eine komplizierte Hypertonie auf.

Eine angemessene Blutdruckkontrolle (definiert als 140/90 mmHg bei unkomplizierter und 130/80 mmHg bei komplizierter Hypertonie) erreichten demnach 48,9% (59,4%, wenn nur unkomplizierte Fälle gezählt wurden). Da die Studie im Jahre 2009 durchgeführt wurde, sei den Autoren verziehen, dass sie noch 130/80 mmHg für komplizierte Hochdruckformen als Maß einer guten Einstellung, z.B. bei Diabetes mellitus, wählten – das ist heute längst passé.

Die am häufigsten eingesetzten Medikamente waren Angiotensin-Rezeptoren-Blocker = Sartane (41%), gefolgt von ACE-Hemmern (21,5%), Betablockern (20,8%) und Calciumantagonisten (10,8%). Die häufigsten fixen Kombinationen (48% aller Patienten) waren Sartan + Diuretikum (30,1%) und ACE-Hemmer + Diuretikum (15,3%).

Auch wenn diese Daten in Deutschland nicht anders aussehen würden, muss man die wissenschaftlich unbelegte Bevorzugung von Sartanen erneut kritisieren. Wie eine Studie aus der letzten Ausgabe der Zeitschrift Circulation zeigt, scheint aber die Adhärenz bei Patienten, die Sartane einnehmen am höchsten zu sein – geringfügig besser als bei ACE-Hemmern und deutlich besser als bei Betablockern und Diuretika.

Brenner R et al. Medical treatment of hypertension in Switzerland. The 2009 Swiss Hypertension Survey (SWISSHYPE). Swiss Med Wkly 2011; 141: w13169, frei herunterladbar unter www.smw.ch/content/smw-2011–13169/

Foto: fotolia/Malena und Philipp K


(Stand: 14.09.2011)

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