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Sektionsbericht Fortbildung 2012

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Günther Egidi

Seit 5 Jahren existiert die DEGAM-Sektion Fortbildung. Innerhalb des zurückliegenden Jahres ist sie von 141 auf 184 Mitglieder gewachsen. Die Sektion öffnete sich – wie die DEGAM im Allgemeinen – für die Mitarbeit von Medizinischen Fachangestellten. Im zurückliegenden Jahr war die Sektion sehr aktiv.

Beim DEGAM-Kongress 2011 in Salzburg erarbeitete die Sektion Grundprinzipien für ein Manual über Hospitationen hausärztlicher Praxisteams. Dieses Manual wurde bei einem weiteren Sektionstreffen ausgearbeitet. Ein entsprechendes Logo wurde entwickelt. Alle Praxen von DEGAM-Mitgliedern, die der DEGAM-Geschäftsstelle gegenüber ihre Bereitschaft erklären, die im Hospitationsmanual niedergelegten Prinzipien einzuhalten, erhalten das Logo zur Verwendung auf ihrem Praxisbriefkopf und ihrer Homepage sowie eine entsprechende Urkunde.

Die DEGAM-Geschäftsstelle führt eine – ständig anwachsende – Liste von DEGAM-Hospitationspraxen, die künftig auch auf der Fortbildungs-Homepage gut sichtbar dargestellt werden wird. Eine Kampagne analog zur niederländischen „Visitatie“-Kampagne wurde gestartet: Im allgemeinmedizinischen Listserver wurde dafür geworben, sich als DEGAM-Hospitationspraxis bei der Geschäftsstelle zu melden. Ein entsprechender Artikel wurde bei der ZFA eingereicht, und Werbe-Beiträge im „Hausarzt“, im „Allgemeinarzt“ und in der „Ärztezeitung“ werden folgen.

Hausärztliche Praxis-Hospitationen sind neben der kontinuierlichen Arbeit in Qualitätszirkeln wesentlicher Baustein dessen, was die DEGAM unter hausärztlicher Fortbildung versteht:

  • Interaktivität
  • Evidenzbasierung
  • Kontextrelevanz
  • Industrieunabhängigkeit
  • Orientierung an den Lernenden
  • Perspektivisch: Einbezug des gesamten Praxisteams
  • Entsprechend Fortbildung von hausärztlichen Praxisteams für hausärztliche Praxisteams

Hausärztliche Fortbildung in diesem Sinn ist eher an Fertigkeiten als an Faktenwissen orientiert. Das rein quantifizierende und die tatsächliche hausärztliche Behandlungsqualität nicht abbildende CME-Fortbildungswesen soll abgelöst werden durch eine „revalidation“ nach britischem oder „recertification“ nach kanadischem Vorbild. Zum Thema nicht sanktionierende Rezertifizierung führten wir einen gut besuchten Workshop beim DEGAM-Kongress in Salzburg durch.

Bislang dominieren industrienahe und von Spezialisten dominierte Anbieter die bundesdeutsche Fortbildungsszene, wenngleich mit den Fortbildungen im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung nach §73b SGB V in Baden-Württemberg eine neue unabhängige hausärztliche Fortbildungskultur entstanden ist. Daneben haben sich die „Tage der Allgemeinmedizin“ etabliert. Darüber hinaus arbeiten die Hausärztliche Fortbildung Hamburg (HFH), die Akademie für hausärztliche Fortbildung Bremen, die Practica Bad Orb als größte deutsche Seminarfortbildung für Hausarzt-Praxen, das Institut für hausärztliche Fortbildung des deutschen Hausärzteverbandes sowie die Initiative für Online-Lernen ELA (E-learning in der Allgemeinmedizin) konstant und erfolgreich.

Tage der Allgemeinmedizin gibt es mittlerweile in 18 Städten. Seit dem letzten Sektionsbericht sind Veranstaltungen in Essen, Hamburg und Rostock dazu gekommen. Einen Überblick über die Tage der Allgemeinmedizin gibt es unter www.degam.de/index.php

Nachdem sich bereits der Heidelberger Tag der Allgemeinmedizin und die HFH mit Artikeln in der Zeitschrift für Allgemeinmedizin vorgestellt hatten, erfolgte in der Maiausgabe der ZFA eine Veröffentlichung der ersten 5 Jahre Aktivität der Bremer Akademie für hausärztliche Fortbildung.

Für die „Practica“ in Bad Orb wurde ein „DEGAM-Fortbildungslabel für eine gute Medizin“ erstellt. Die Kriterien für dieses Label wurden in der Sektion konsentiert. Nach einer entsprechenden Selbstauskunft der DEGAM-ReferentInnen hätte dieses Label auf der „Practica“ immerhin 61 Veranstaltungen im „Practica“-Programm geziert. Leider liess sich diese hervorragende Chance, für die DEGAM im „Practica“-Programm zu werben, vorerst noch nicht umsetzen. Ein erneuter Anlauf in dieser Richtung wird unternommen werden.

Das DEGAM-Fortbildungs-Label kann bei der Sektion Fortbildung auch für alle anderen Fortbildungs-Veranstaltungen beantragt werden.

Die Fortbildungs-Sektion beteiligte sich außerdem aktiv an der Erarbeitung von DEGAM-Zukunftspositionen mit fünf eigenen Thesen u.a. zur hausärztlichen Fortbildung der Zukunft. Sie werden gemeinsam mit den Positionen der anderen Sektionen auf dem DEGAM-Kongress in Rostock vorgestellt werden.

Von Mitgliedern der Sektion wurde im zurückliegenden Jahr schließlich noch ein Entwurf für einen Kriterienkatalog für die Qualifikation allgemeinmedizinischer Weiterbilder in einer Erstversion erstellt. Aktuell werden die zahlreichen bisher eingegangenen Rückmeldungen eingearbeitet. Ein Zweitentwurf wird nach erneuter Überarbeitung in der Zeitschrift für Allgemeinmedizin veröffentlicht werden.

Beim Sektionstreffen am 20.9.2012 werden wir uns mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Vorschläge zur Überarbeitung der Musterfortbildungsordnung der Bundesärztekammer
  • Stand der Hospitations-Kampagne
  • Erfahrungsaustausch mit den Tagen der Allgemeinmedizin
  • Diskussion des DEGAM-Fortbildungs-Labels
  • 20 Jahre hausärztliche Qualitätszirkel in Deutschland – wie geht es weiter?

Korrespondenzadresse

Dr. med. Günther Egidi

Arzt für Allgemeinmedizin

Huchtinger Heerstraße 41

28259 Bremen

Tel.: 0421 5797675

familie-egidi@nord-com.net

Abbildungen:

Abbildung 1 Logo Hospitationspraxis.

Abbildung 2 DEGAM-Fortbildungslabel für eine gute Medizin.


(Stand: 18.09.2012)

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