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Bericht der AG Komplementärmedizin (AG KompMed) 2012

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Corina Guethlin, Stefanie Joos

In vielen Hausarztpraxen gibt es ein Miteinander sogenannter „konventioneller Medizin“ und „Komplementärmedizin“. Für einige komplementärmedizinische Methoden liegt zunehmend wissenschaftliches Erkenntnismaterial vor (z.B. Akupunktur, Manuelle Medizin), andere Methoden werden bisher nur unzureichend beforscht. Diese kommen aber nichtsdestotrotz häufig in Hausarztpraxen zur Anwendung. Außerdem spielen beim Einsatz komplementärmedizinischer Verfahren die Arzt-Patient-Beziehung sowie Intuition, Rituale und individuelle Wertevorstellungen aufseiten des Patienten und des Arztes eine bedeutende Rolle. Hier liegen wesentliche Schnittmengen mit dem allgemeinmedizinischen Ansatz, die jedoch durch die bisherigen Aktivitäten in der DEGAM nur unzureichend abgebildet wurden.

Vor diesem Hintergrund hat sich 2009 mit Zustimmung des DEGAM-Präsidiums die Arbeitsgruppe Komplementärmedizin (AG KompMed) gegründet, die im Rahmen des DEGAM-Kongresses 2009 in Heidelberg erstmals zusammen kam.

Die AG KompMed hat sich zum Ziel gesetzt, die Auseinandersetzung um komplementärmedizinische Themen in die DEGAM hineinzutragen, Aktivitäten anzuregen und hausärztliche Positionen zu entwickeln. Die AG KompMed ist derzeit wie fast alle AGs der DEGAM an die Sektion Versorgung angedockt, sieht jedoch Anknüpfungspunkte an alle bestehenden DEGAM-Sektionen sowie an die Arbeit der Ständigen Leitlinienkommission.

Bisherige Handlungsfelder und Initiativen der AG KompMed seit der Gründung in 2009 sind/waren:

  • KompMed-Forschungs-News: Mit dem Ziel die DEGAM-Mitglieder über hausärztliche relevante Forschungsergebnisse aus dem Bereich Komplementärmedizin zu informieren, werden regelmäßig (3–4 mal pro Jahr) Studienbesprechungen relevanter Studien erstellt (Redaktion Güthlin/Joos) und über den E-Mail-Verteiler der AG KompMed sowie der Sektion Versorgung verschickt. Einsehbar sind die bisherigen Ausgaben auf der DEGAM-Website. Wer gerne in den Verteiler für die KompMed-Forschungs-News aufgenommen werden möchte, bitte Kontakt aufnehmen mit stefanie.joos@med.uni-heidelberg.de.
  • Komplementärmedizin in den Leitlinien: Da in der hausärztlichen Versorgung komplementärmedizinische Verfahren häufig zur Anwendung kommen, sieht die AG es als wichtig an, deren Forschungsstand verstärkter bei der Leitlinienerstellung zu adressieren und entsprechend der Studienlage aufzunehmen. Hierzu wurde zwischen der ständigen Leitlinienkonferenz und der AG KompMed der DEGAM einerseits und der Arbeitsgruppe Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Naturheilkunde (DGNHK) (Ansprechpartner: Prof. Langhorst/Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universität Duisburg-Essen) andererseits eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die Arbeitsgruppe Leitlinien, gefördert durch die Ruth- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, unterstützt nun seit 2011 einzelne Leitlinienprojekte der DEGAM mit einer systematischen, themenbezogenen Recherche. Bisher werden auf diesem Wege die Aktualisierung der DEGAM-Leitlinien Husten und Rhinosinusitis unterstützt.
  • DEGAM-Kongress: Auf dem DEGAM-Kongress 2011 in Salzburg veranstaltete die AG KompMed einen Pre-Conference-Workshop mit Themen zu Komplementärmedizin in der Lehre und in Leitlinien sowie Musiktherapie mit Beiträgen von J. Langhorst/Essen, U.Daig/Magdeburg, S. Joos/Heidelberg, D. Jobst/Bonn, G. Bernatzky/Wien.
  • Zeitschrift für Allgemeinmedizin: In 2011 erschienen auf einen Kommentar von Prof. Anlauf Diskussionsbeiträge der beiden AG-Sprecher D. Jobst und S. Joos zum Thema Komplementärmedizin (Zeitschrift für Allgemeinmedizin/Heft 4 2011). Diese Diskussion stieß auf große Resonanz unter den Lesern der ZFA und hatte zahlreiche weitere Leserbriefe zur Folge (Zeitschrift für Allgemeinmedizin/Heft 6 2011).
  • Daueraufgaben:
  • - Kooperation/Kontaktstelle mit anderen Netzwerken/Einrichtungen aus dem Bereich Komplementärmedizin, insbesondere mit der Deutschen Gesellschaft für Naturheilkunde und dem Forum universitärer Arbeitsgruppen für Naturheilkunde
  • - Kontaktstelle für Anfragen an die DEGAM zum Bereich Komplementärmedizin (z.B. durch Journalisten)
  • - Internetpräsenz der AG KompMed auf der DEGAM-Homepage
  • Nächstes Treffen: Das nächste Treffen der AG KompMed findet auf dem DEGAM-Kongress in Rostock am 20.9. von 14.00–15.30 Uhr statt. Herzlich eingeladen sind alle am Thema Interessierten. Nähre Informationen unter www.degam.de/index.php

(Sprecher der AG KompMed)

Korrespondenzadresse

PD Dr. med. Stefanie Joos

Abteilung Allgemeinmedizin u. Versorgungsforschung

Universitätsklinikum Heidelberg

Voßstraße 2

69115 Heidelberg

Tel.: 06221 56–6263

Fax: 06221 56–1972

stefanie.joos@med.uni-heidelberg.de

www.allgemeinmedizin.uni-hd.de


(Stand: 18.09.2012)

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