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Sektionsbericht Versorgungsaufgaben 2012

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Peter Engeser, Uwe Popert

Die Sektion Versorgungsaufgaben traf sich im vergangenen Jahr auf dem Kongress der DEGAM 2011 in Salzburg und mehrfach in der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung in Heidelberg. Die wichtigsten behandelten Aufgaben waren:

  • Versorgungsstrukturgesetz
  • Ambulante Kodierrichtlinien
  • Pädiatrische Grundversorgung
  • Ernährungstherapie

Versorgungsstrukturgesetz

Das Versorgungsstrukturgesetz soll unter anderem für eine bessere Versorgung der Bevölkerung besonders auf dem Land mit Hausärzten durch eine bessere und räumlich besser abgestimmte Verteilung der vorhandenen Ärzte sorgen. Dieser Ansatz erscheint aber nicht ausreichend bei fehlendem Nachwuchs. Außerdem sollen nach § 91 die Bürokratiekosten bei allen neuen Bestimmungen vorab geschätzt und bewertet werden.

Ambulante Kodierrichtlinien

Zum 1.1.2011 sollten die neuen ambulanten Kodierrichtlinien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Kraft treten. Durch das Versorgungsstrukturgesetz wurde die Verpflichtung der Kodierung entsprechend den neuen Kodierrichtlinien dann aufgehoben. Eine Hinwendung zu einer hausärztlich orientierten Kodierung, die den Besonderheiten der Allgemeinmedizin entspricht wie ICPC-2 wird daher dringend gefordert. In den vergangenen Monaten wurden weitere Gespräche mit der WONCA, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der AOK Baden-Württemberg und dem Deutschen Hausärzteverband geführt. Die Einführung von ICPC-2 für bestimmte Bereiche der hausärztlichen Versorgung muss weiterhin verfolgt werden. Ein umfangreiches Pilotprojekt zur Umsetzung von ICPC-2 ist mit der AOK Baden-Württemberg in Planung.

Pädiatrische Grundversorgung

Die Gespräche mit den Pädiatern durch die Arbeitsgruppe um Hans-Dieter Klimm wurden fortgesetzt. Tobias Freund berichtete, Hausärzte in der Versorgung von Kindern müssen in der Weiterbildung auf eine entsprechende Qualifizierung achten. Der Arbeitskreis Kinder in der Sektion wird sich um die Inhalte kümmern. Zunächst werden die Content-Daten geprüft und ausgewertet. Am 11.11.2011 fand ein Treffen mit Vertretern der allgemeinen Pädiatrie im Rahmen des Kongresses für Familienmedizin an der Universität Witten/Herdecke statt. Die Gespräche konnten in guter Atmosphäre stattfinden.

Ernährungstherapie, Versorgung mit PEG-Sonden

Ein Mitglied der Sektion beteiligt sich als DEGAM-Vertreter an der Erstellung der Leitlinie Klinische Ernährung. Hier besteht weiterhin ein hoher Bedarf an praktischen Empfehlungen für den sinnvollen Einsatz der Ernährungstherapie. Durch den nach wie vor unkritischen Einsatz des Body-Mass-Index (BMI) durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen bzw. die Mitarbeiter der Heimaufsicht gibt es mittlerweile groteske Fehlentwicklungen, die ein alltägliches Problem in der Hausarztpraxis darstellen. Der Entwicklungsprozess der Leitlinie verläuft leider sehr schleppend. Problematisch ist, dass auch der Personalmangel in Pflegeheimen als Indikation für Ernährungssonden gelten soll.

Die Sektion beteiligte sich außerdem an der Entwicklung der DEGAM-Zukunftsthesen.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Peter Engeser

Abt. Allgemeinmedizin und <br/>Versorgungsforschung

Voßstraße 2/37, 69115 Heidelberg

PeterEngeser@web.de


(Stand: 18.09.2012)

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