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Haffner C, Donner-Banzhoff N. Weiterbildung Allgemeinmedizin in Deutschland – Urteil einer internationalen Kommission. Z Allg Med 2013; 89: 308–310

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Leserbrief von Stefan Kröger

Als Arzt in Weiterbildung (AiW) im Fach Allgemeinmedizin in Berlin hat mich der Artikel zur Weiterbildungssituation sehr gefreut. Aus meinen eigenen Erfahrungen möchte ich von den im Artikel genannten Problemen zwei ganz besonders hervorheben.

Fehlende Weiterbildungsverbünde: Dies führt zwangsläufig bei vielen Kollegen zu Zeitverlusten in der Weiterbildung, da man sich nach jedem Abschnitt bewerben muss und nicht immer nahtlos eine neue Stelle findet. In Berlin wird die Situation dadurch erschwert, dass die IPAM-Förderung zeitweise ausgeschöpft ist und man sich daher weiter im Voraus um eine Anschlussstelle bemühen muss, damit der zukünftige Weiterbilder rechtzeitig Anträge stellen kann. Kollegen an den Krankenhäusern im Fach Innere Medizin hingegen bekommen oft einen Arbeitsvertrag über alle Ausbildungsabschnitte für die gesamte Weiterbildung inklusive Rotationen. Der AiW Allgemeinmedizin hingegen wird sich in der Regel für jeden Weiterbildungsabschnitt neu bewerben müssen, sofern er nicht an einen der wenigen Weiterbildungsverbünde angeschlossen ist.

Finanzielle Situation: Die IPAM-Förderung beträgt 3.500 € , ein AiW in der Klinik bekommt je nach Ausbildungsstand zwischen ca. 4.000 und 5.000 € Grundgehalt. Im Durchschnitt verdient also der ambulant tätige AiW Allgemeinmedizin im Jahr 12.000 € brutto weniger als sein Kollege am Krankenhaus (ohne Berücksichtigung von Dienstzuschlägen). Trotz der nicht verpflichtenden Empfehlung der Ärztekammer [1] wird die IPAM-Förderung von den Weiterbildern – zumindest in Berlin – in der Regel nicht aufgestockt. Insgesamt ist die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner im Vergleich zu den Kollegen anderer Fachgebiete schlechter gestellt. Der angehende Allgemeinmediziner muss genug Enthusiasmus für sein Fach aufbringen, um die finanziellen Einbußen und organisatorischen Unwägbarkeiten in Kauf zu nehmen. Sieht die eigene Planung eine Niederlassung als Hausarzt vor, ist die Weiterbildung zum Internisten als Alternative oft attraktiver.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Stefan Kröger

Residenzstraße 156

13409 Berlin

st.kroeger@gmx.de

Quelle

1. www.aerztekammer-berlin.de/10arzt/15_Aerztliche_Weiterbildung/60_KoStA/IPAM-Foerderung.html


(Stand: 11.09.2013)

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