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Sektionsbericht Studium und Hochschule 2013

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Maren Ehrhardt

Aufgaben der Sektion

Wesentliche Aufgabe der Sektion Studium und Hochschule ist es, das Fach Allgemeinmedizin an den Fakultäten vor allem in der Lehre zu stärken. Im Jahresabstand erfolgt eine Erhebung der Daten der einzelnen Standorte zu Personal- und Sachbudget, zu neuen Entwicklungen und Perspektiven.

Eine weitere Aufgabe ist die standortübergreifende Vernetzung. Die Sektion steht für Fragen, die die Ausbildung betreffen, zur Verfügung, unterstützt und berät.

Ein weiterer Hauptfokus unserer Sektionsarbeit ist die Nachwuchsgewinnung und -förderung. Die DEGAM-Nachwuchsakademie mit jeweils 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mit Unterstützung der GHA und des Hausarztverbandes ist ein Leuchtturmprojekt, welches nun ins 3. Jahr starten wird. Die jährlichen Summerschools für Allgemeinmedizin heben an verschiedenen Standorten das Image des Faches und ziehen ebenso junge und motivierte Medizinstudierende an.

Kooperationen

Mit der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA, Vorsitz Prof. Wilhelm Niebling) besteht eine langjährige gute Zusammenarbeit. Dies gilt ebenso für die Gesellschaft für medizinische Ausbildung (GMA), insbesondere über das Vorstandsmitglied Dr. Markus Gulich.

Aktuelles

Für die nächsten Wochen und Monate steht für das Präsidium der DEGAM und die Sektion Studium und Hochschule die erneute Diskussion um die Einführung eines Pflichtquartals Allgemeinmedizin an. Argumente und Gründe werden gesammelt, um gezielt mit Entscheidungsträgern der Politik und der Organisationen ein mehrheitliches Votum für diesen neuerlichen Vorstoß zu erreichen.

Hauptargumente für eine Einführung sind: Nur im Pflichtquartal haben alle Studierenden die intensive und nachhaltige Möglichkeit (neben dem 14-tägigen Blockpraktikum), das Fach Allgemeinmedizin und die primärärztliche Versorgung in der Ausbildung kennenzulernen, hausärztliche Arbeitsmethodik und Arbeitsweise zu erleben. Ein Dreimonatsabschnitt ist mehr als nur Einblick, so kann das persönliches Erleben im Primärversorgungssetting zu einer anhaltenden wertschätzenden und kollegialen Haltung unserem Fach gegenüber führen. Hinzukommt, dass ein interessantes PJ-Quartal die Motivation, Hausarzt zu werden, enorm steigern kann.

Die Umsetzung sollte stufenweise und strukturiert erfolgen. Qualifizierungsangebote für die Lehrpraxen, Evaluationsprogramme und Qualitätssicherung sind weitere Eckpfeiler dieses Großprojektes.

Eine Arbeitsgruppe der Sektion, mit über 40 Mitgliedern, hat in Kooperation mit der GHA und unter Beteiligung des bvmd in einem Konsensusverfahren ein kompetenzbasiertes Musterlogbuch für das PJ erarbeitet. Abrufbar unter www.degam.de/fileadmin/user_upload/degam/Aktuelles/2013/Muster_PJ-Logbuch_3.1.pdf

Nachwuchsakademie

Die mit dem Ziel der Nachwuchsgewinnung und -förderung eingerichtete Nachwuchsakademie der DEGAM konnte am ersten Juniwochenende dieses Jahres die zweite Kohorte Studierender begrüßen. Teilnehmer von Freiburg bis Kiel wurden vom Mentorenteam begrüßt und arbeiteten 2,5 Tage intensiv miteinander. Die bereits bestehende erste Kohorte traf sich ebenfalls in Bad Vilbel. Die Studierenden beider Jahrgänge konnten sich nicht nur untereinander kennenlernen und vernetzen, sondern auch die „älteren“ intensiv zu Perspektiven, Chancen und Motivation für die Allgemeinmedizin befragen und ins Gespräch kommen. Ein besonderes Highlight dieses Wochenendes war die große Diskussionsrunde mit Prof. Gerlach, der allen Studierenden zu aktuellen Fragen der Gesundheitspolitik, der Gesundheitsökonomie und zur Entwicklung unseres Faches Rede und Antwort stand. Weitere Themen der beiden Kohorten waren z.B. welche Inhalte das Fach Allgemeinmedizin an den Fakultäten lehren sollte, wie die Außendarstellung medienwirksam und werbetechnisch optimiert werden könnte, um z.B. besonders Jüngere anzusprechen.

Zum Jahreskongress der DEGAM in Rostock gab es einen eigenen Nachwuchsakademie-Workshop und ein Mentorentreffen.

Bis zum 15. Januar 2014 wird die nächste Bewerberrunde ausgeschrieben werden, damit zum 3. Klausurwochenende im Juni 2014 die dritte Kohorte begrüßt werden kann.

Summerschool

Die 3. Summerschool für Allgemeinmedizin wurde vom 28.8. bis zum 1.9.2013 in Greifswald durchgeführt. Prof. Jean-Francois Chenot und sein Team konnten mit einem hochinteressanten, praxisrelevanten Programm die teilnehmenden Studierenden begeistern. Die nächste Summerschool findet im Sommer 2014 in Münster statt.

Entwicklung und aktuelles Berufungsgeschehen der Abteilungen, Institute und Lehr-gebiete an den Hochschulen

Bei der jährlichen Umfrage zur Entwicklung der Allgemeinmedizin lagen von 29 Standorten Rückmeldungen vor, von 7 Standorten fehlen die Rückmeldungen. Alle Berechnungen basieren auf dem Rücklauf der einzelnen Hochschulen (n = 29).

Ausschreibungen/Berufungen (September 2012–August 2013): In Hannover wurde Prof. Dr. Niels Schneider zum Direktor des Institutes für Allgemeinmedizin berufen. In Kiel wurde der Ruf an Frau PD Dr. Hanna Kaduszkiewicz erteilt. In Homburg, Berlin, Tübingen sowie Erlangen laufen die Verfahren noch. Würzburg wurde erst kürzlich ausgeschrieben, damit wäre ein weiterer bislang nicht-institutionalisierter Standort in Kürze besetzt.

Aktueller Stand an den Hochschulen

Zum Stand der Institutionalisierung verweise ich auf das Editorial von Prof. Michael M. Kochen am Beginn dieses Heftes.

  • Elf Standorte verfügen über die Professuren hinaus über mindestens 1,5 bis maximal 10,2 BAT-Stellen (im Vgl. 2012: 22 Standorte mit 0,5–9,15 BAT-Stellen).
  • An 10 Standorten existieren Honorarprofessuren (1–4), an einem Standort eine aPL-Professur und zwei Privatdozenturen.
  • Sekretariatskapazitäten existieren nur an 21 Standorten, im Mittel 1,19 Vollzeitkräfte.
  • An 20 Standorten werden studentische Hilfskräfte (SHK) beschäftigt, die Anzahl variiert von 0 bis 10.

Sachetat

Im Jahr 2013 gaben die rückmeldenden Hochschulstandorte einen mittleren Sachetat von 38.507,75 Euro an. Die Einwerbung von Drittmitteln nimmt kontinuierlich zu. Je nach Standort konnten zwischen 20 T €–2,5 Mill € eingeworben werden.

Lehre

Lehrangebote in der Allgemeinmedizin

Seit der Novelle der Approbationsordnung sind nunmehr alle Standorte – mit einer Übergangsfrist – verpflichtet, das Blockpraktikum mit einer Übergangsfrist 14-tägig durchzuführen. Einige Standorte müssen hierfür Ressourcen generieren und „aufstocken“, andere bieten bereits jetzt ein Blockpraktikum von 3 Wochen und mehr an.

Fast alle Bereiche sind in unterschiedlichem Umfang an den Querschnittsbereichen (QB Medizin des Alterns und des alten Menschen, QB Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren, QB Palliativmedizin) beteiligt, kooperieren oder koordinieren weitere interdisziplinären Unterrichtsveranstaltungen im klinischen Studienabschnitt (POL, Kommunikationstraining, Untersuchungskurse).

Einige Standorte beteiligen sich oder leiten Lehrveranstaltungen wie beispielsweise die „Einführung in die klinische Medizin“ und die „Berufsfelderkundung“ in der Vorklinik.

Lehrpraxen

Durch die Verlängerung des Blockpraktikums und die Möglichkeit ein Wahltertial im PJ zu absolvieren steigt der Bedarf an Lehrpraxen kontinuierlich an. Die Zahl der Lehrpraxen unterscheidet sich sehr zwischen den einzelnen Fakultäten (75–329). Im Mittel sind pro Standort 143 akkreditierte Lehrpraxen in der Lehre eingebunden.

PJ-Wahltertial Allgemeinmedizin

Die Anzahl der an den Standorten zur Verfügung stehenden PJ-Plätze variiert zwischen 5 und 55. An allen Standorten, von denen Informationen vorliegen, wird das Wahltertial im PJ honoriert.

Die Hochschulabteilungen und -bereiche sind immer an allgemeinmedizinischen Kollegen interessiert, die an der Lehre Interesse haben. Wenn Sie sich beim Lesen angesprochen fühlen, melden Sie sich bei ihren jeweiligen Instituten und Bereichen für Allgemeinmedizin!

Fazit

Nachwuchsgewinnung und Nachwuchsförderung sind die Aufgaben der Zukunft. Eine flächendeckende Institutionalisierung ist noch nicht erreicht, jedoch zwingende Voraussetzung um die Allgemeinmedizin an allen Fakultäten zu etablieren. Gerade in diesem Jahr sind viele Veränderungen, Neuausschreibungen, Nachbesetzungen zu beobachten. Wünschen wir uns, dass diese Verhandlungen zu jeweils für den Standort optimalen Ergebnissen führen werden.

Wir laden alle Interessierten ein, sich aktiv an unseren Aktivitäten zu beteiligen und Mitglied der Sektion Studium und Hochschule zu werden.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Antje Bergmann

Bereich Allgemeinmedizin

Medizinische Klinik III

Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“

der Technischen Universität Dresden

Fetscherstraße 74

01307 Dresden

Antje.Bergmann@uniklinikum-dresden.de


(Stand: 11.09.2013)

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