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Sektionsbericht Studium und Hochschule 2014

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Maren Ehrhardt

Aufgaben der Sektion

Die Sektion ist in verschiedenen nationalen Arbeitsgruppen aktiv. So wurde z.B. der Entwurf des NKLM (Nationaler kompetenzbasierter Lernzielkatalog Medizin) kommentiert. Darüber hinaus nahmen Vertreter der Sektion an der Arbeitsgruppe PJ des MFT (Medizinischer Fakultätentag) und verschiedenen Sitzungen mit BÄK und KBV zur Ausbildung Medizinstudierender in Deutschland teil. Im Fokus der Sektionsarbeit stand im vergangenen Jahr die standortübergreifende Vernetzung. Mit der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA) wurde die gemeinsame Arbeit intensiviert. Eine ähnlich erfolgreiche Kooperation wird natürlich mit der Gesellschaft für medizinische Ausbildung (GMA), vor allem über das Vorstandsmitglied Dr. Markus Gulich und den Ausschuss für Primärversorgung lebendig gestaltet. Zum Bund der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) konnte der Kontakt ebenfalls intensiviert werden.

Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt unserer Sektionsarbeit ist die Nachwuchsgewinnung und -förderung. Die DEGAM-Nachwuchsakademie (NWA) konnte im zurückliegenden Berichtsjahr nun erstmals drei vollständige Jahrgänge begrüßen. Die Gestaltung der Klausurwochenenden, die Vorbereitung und Unterstützung der Kongress-Workshops für und mit der NWA werden mit Enthusiasmus und Engagement von aktiven Sektionsmitgliedern getätigt.

Hinzu kommen die jährlichen Summerschools für Allgemeinmedizin an wechselnden Standorten (2014 in Münster), die für unser Fach die Begeisterung bei Studierenden hervorrufen und für den Weg zum Allgemeinmediziner motivieren können.

Jährlich erfolgt von der Sektion die Abfrage zu den Arbeits- und Rahmenbedingungen an den einzelnen Standorten. Diese werden im Sektionsbericht zusammengetragen und stehen jedem Standort zur Verfügung. Der Bericht kann gerade neuen Lehrstühlen und Kolleginnen und Kollegen in der Berufungsphase Hilfe und Unterstützung sein, eine für den jeweiligen Standort günstige Ausgangsposition zu verhandeln. Deswegen sind wir auf jede einzelne Rückmeldung angewiesen, damit der Bericht und die Zusammenfassung möglichst vollständig sind.

Nachwuchsakademie

Die DEGAM-Nachwuchsakademie wurde 2012 ins Leben gerufen. Das Präsidium der DEGAM und die Sektion Studium und Hochschule waren Geburtshelfer und begleiten, fördern, unterstützen diese.

Ziele dieser Form der Nachwuchsförderung sind, Studierende möglichst frühzeitig im Studium mit unserem Fach Allgemeinmedizin intensiv vertraut zu machen und ein deutschlandweites funktionierendes Studierenden-Netzwerk über alle Hochschulstandorte zu gestalten, um so besonders an weniger aktiven Standorten oder an Fakultäten ohne eine Institutionalisierung die Allgemeinmedizin voranzubringen.

2014 waren es nun erstmals drei parallele Jahrgänge in der Nachwuchsakademie. Mit den geplanten 15 Studierenden pro Jahrgang können so jeweils 45 insgesamt aufgenommen werden. Das diesjährige Klausurwochenende fand im Schulungsgelände der Techniker Krankenkasse in Hayn bei Erfurt statt. Es wurden neben fachlich-inhaltlichen, auch gesundheitspolitisch relevante Themen und die eigene Entwicklung und Weiterbildung Betreffendes diskutiert. Das Zusammenfinden der einzelnen Kohorten untereinander war im Thüringer Ambiente sehr gut möglich.

Summerschool

Die 4. Summerschool für Allgemeinmedizin in Kooperation von DEGAM und GHA fand vom 27.–31.8.14 in Münster statt.

Prof. Dr. med. Peter Maisel und sein Team hatten ein interessantes Programm aufgelegt (Blickdiagnostik, körperliche Untersuchung, Chirurgie in der Praxis, EKG-Befundung – im Spiel, Hubschrauberflug im SimuScape – Situatives Lernen einmal anders und vieles mehr). 2015 findet die Summerschool in Hamburg statt.

Entwicklung und aktuelles Berufungsgeschehen der Abteilungen, Institute und Lehrgebiete

Berufungsverfahren

In Kiel wurde der Ruf an Hanna Kaduszkiewicz erteilt (angenommen), in Lübeck an Jost Steinhäuser (ebenfalls angenommen). Tübingen berief Stefanie Joos neu. In Homburg wurde kurz vor Drucklegung Johannes Jäger zum Honorarprofessor berufen. In Berlin, Oldenburg sowie Würzburg laufen die Verfahren noch.

Aktueller Stand an den Hochschulen

Grundlage der Zusammenstellung sind die Rückmeldungen aus 30 Standorten. Lediglich von 8 Standorten liegen keine Daten vor. An 15 Standorten existierten 2013 C4/W3-Professuren, davon zweimal als halbe Stelle (im Vgl. 2013: 9 Standorte). 5 Standorte verfügen über C3/W2– Professuren (vgl. 2013: 8 Standorte, davon einmal 0,75). 8 Honorarprofessuren existieren derzeit.

9 Standorte verfügen darüber hinaus über mindestens eine bis maximal 10 Arzt-Stellen (im Vgl. 2013 11 Standorte mit 1,5 – 10,2 BAT-Stellen) und 16 Standorte über 0,75 bis 16 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter, 7 Standorte zusätzlich über Mitarbeiter, die nach Haustarifen vergütet werden.

Sekretariate sind an 23 Fakultäten im Fach Allgemeinmedizin im Mittel 1,14 Vollzeitkräfte (0,5 bis 2,25) im Vergleich zu 2013 mit 21 Standorten besetzt, im Mittel 1,19 Vollzeitkräfte.

8 Standorte gaben an, als Unterstützung der Teams sog. Study Nurses aufzuweisen (0,5 bis 4,25). Studentische Hilfskräfte (SHK) waren an 20 Bereichen angestellt (0,25 – 14; im Mittel 3,5).

Die Anzahl der akkreditierten akademischen Lehrpraxen differiert an den einzelnen Instituten und Bereichen. Nur 25 Standorte gaben an, wie viele Lehrpraxen akkreditiert sind, minimal 43, maximal 450 (Berlin mit 2 Studiengängen parallel) (Mittel: 149).

Sachetat

Das zur Verfügung stehende Sachbudget betrug 2014 zwischen 7.500 und 450.000 Euro (n = 16).

Lehre

Lehrangebote in der Allgemeinmedizin

Das Blockpraktikum wird an allen Instituten 14 Tage durchgeführt. Darüber hinaus werden in Jena 4 Blöcke á 2 Wochen und in Magdeburg 3 Wochen Blockpraktikum angeboten.

Viele Bereiche und Institute sind in unterschiedlichem Umfang an den Querschnittsbereichen (QB Medizin des Alterns und des alten Menschen, QB Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren, QB Palliativmedizin, QB Schmerzmedizin) aktiv beteiligt und koordinieren weitere Lehrveranstaltungen im klinischen Studienabschnitt (POL, Kommunikationstraining, Untersuchungskurse) sowie im vorklinischen Abschnitt die Kurse „Einführung in die klinische Medizin“ und „Berufsfelderkundung“.

PJ Wahltertial Allgemeinmedizin

Zum Praktischen Jahr hat die Sektion eine gesonderte Abfrage durchgeführt. 33 von 37 Standorten haben geantwortet (Rücklauf 89 %).

Generell wird an 16 Standorten eine Aufwandsentschädigung bis maximal 680 Euro an PJ-Studenten gezahlt.

Im Wahltertial Allgemeinmedizin wird die Zahlung der Aufwandsentschädigungen für die PJ-Studenten von sehr unterschiedlichen Trägern übernommen, in 6 Fällen ist die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung (KV) der Geldgeber, in 4 Fällen das Sozialministerium, je ein Mal die Fakultät und das Uniklinikum. In einem Modellprojekt zahlt ein Landratsamt die PJ-Aufwandsentschädigungen. Eine Kooperation zu je einem Drittel zwischen Fakultät, KV und Land sowie eine Kooperation von KV und Sozialministerium. Im Mittel beträgt die Aufwandsentschädigung 320 Euro.

Im Mittel waren an den Standorten 18,5 PJ-Lehrpraxen ausgebildet und akkreditiert (n = 32).

Bei der Frage, wie viele PJler ausgebildet werden, schwanken die Angaben von 2 bis 30 Studierende.

Aufwandsentschädigungen für die PJ-Lehrpraxen werden an 30 Fakultäten gezahlt. Förderer und Geldgeber sind in 13 Fällen jeweils die Fakultäten selbst, einmal ist es die KV, in 3 Fällen übernimmt das jeweilige Institut oder der Bereich die Kosten, in 2 Fällen das jeweilige Sozialministerium. Begleitseminare zum PJ in der Allgemeinmedizin sind nicht an allen Standorten durchgesetzt, in 5 Fakultäten finden keinerlei Begleitseminare statt, 4 Bereiche haben keine Auskunft gegeben. Die Standorte mit Begleitseminaren haben Angebote von 2 Semesterwochenstunden bis einmal monatlich realisiert.

NKLM

Im Rahmen des Konsensusprozesses wurde der gesamte NKLM-Entwurf von Mitgliedern der Sektion kommentiert. Aktuell werden die Kommentare und Anmerkungen der Fachgesellschaften von der Koordinierungsstelle eingearbeitet.

Fazit

Wir stehen mit den Veränderungen in der Ausbildung vor grundlegenden Umwälzungen. In den nächsten Monaten wird, so hoffen wir, zunächst eine Quartalisierung des Praktischen Jahres umgesetzt. Es besteht die Aussicht, dass dies mit einer schrittweisen Gestaltung eines ambulanten Quartals im Praktischen Jahr einhergeht. Ziel ist es nach wie vor, ein Wahlquartal im Fachgebiet Allgemeinmedizin einzuführen, auch wenn die Voraussetzungen an den einzelnen Standorten höchst unterschiedlich sind, wir werden als Sektion der DEGAM diesen Weg unterstützen und begleiten.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Antje Bergmann

Bereich Allgemeinmedizin

Medizinische Klinik III

Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“

der Technischen Universität Dresden

Fetscherstraße 74

01307 Dresden

Antje.Bergmann@uniklinikum-dresden.de


(Stand: 13.05.2015)

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