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Sektionsbericht Fortbildung 2014

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Zur DEGAM-Sektion Fortbildung gehören mittlerweile 264 Mitglieder. Wie in der DEGAM allgemein (WiForMFA) haben sich auch in der Fortbildungssektion Medizinische Fachangestellte organisiert. So spricht sich die DEGAM-Sektion in ihrem Fortbildungspapier dafür aus, das ganze Team in hausärztliche Fortbildungen einzubinden, wie es auf der Practica, beim Bremer Hausärztetag und an den Tagen der Allgemeinmedizin die Regel ist: www.degam.de/fortbildungspapier.html

Schon seit mehreren Jahren arbeiten wir an einer Weiterentwicklung des stark formalisierenden und quantitativ ausgerichteten CME-Fortbildungssystems. An seine Stelle wollen wir perspektivisch einen praxisorientierten und evidenzbasierten Fortbildungs-Mix mit Qualitätszirkeln, kollegialen Praxishospitationen, Portfolio-Lernen mit Mentoren und sanktionsfreien Formen einer kollegialen Rezertifizierung nach kanadischem Vorbild setzen.

Beim DEGAM-Kongress 2013 in München erarbeiteten wir in einem Workshop Perspektiven zur Weiterentwicklung hausärztlicher Qualitätszirkel-Arbeit. Ein Positionspapier dazu ist auf der Homepage der Fortbildungs-Sektion zu finden (http://tinyurl.com/laqlooc). Ein Bericht zum Münchener Workshop wird in Kürze in der ZFA veröffentlicht werden.

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Einführung neuer Disease-Management-Programme sehen wir mit Sorge, dass zu stark auf die jeweiligen Krankheiten orientierende Fortbildungspflichten im Rahmen der DMPs die notwendige Breite hausärztlicher Fortbildungsthemen einschränken und perspektivisch die Qualität hausärztlicher Fortbildung gefährden könnten. Ein entsprechender Vorstoß wurde beim beschließenden Gemeinsamen Bundesausschuss unternommen: tiny url.com/k56zx2n.

Seit der Erarbeitung eines Manuals über Hospitationen hausärztlicher Praxisteams im Jahr 2011 haben sich bundesweit 76 Praxen als DEGAM-Hospitations-Praxen gemeldet. Sie sind berechtigt, das entsprechende Logo (Abb. 1) zu verwenden, indem sie ihr Einverständnis erklären, die im Hospitations-Manual niedergelegten Prinzipien einzuhalten. Gemeinsam mit dem neu besetzten Institut für Allgemeinmedizin der Universität Kiel werden die bislang bereits aktiv am Hospitationsprogramm teilnehmenden Praxen hinsichtlich ihrer Erfahrungen befragt werden, um die Hospitationskampagne wissenschaftlich zu begleiten. Ausführliche Informationen zu DEGAM-Praxishospitationen (finden sich auch unter www.degam.de/index.php?id=links2) sind u.a.

  • ein Leitfaden zum Thema
  • ein etwas umfangreicheres Manual
  • Checklisten für ÄrztInnen und MFAs
  • sowie Formulare für die Anmeldung von Praxishospitationen bei der regionalen Landesärztekammer als Fortbildung
  • eine vorab auszufüllende Verschwiegenheitserklärung
  • eine entsprechende Fortbildungsbescheinigung
  • unter www.degam.de/index.php findet sich eine Übersicht nach Bundesländern, wo sich schon DEGAM-Hospitationspraxen gemeldet haben.

Obwohl unser Vorstoß beim Deutschen Senat für Ärztliche Fortbildung, dass nicht nur die Hospitierenden, sondern auch die Hospitierten CME-Punkte bekommen sollen, bislang erfolglos geblieben war, haben wir entsprechende Zusagen in einigen Landesärztekammern erreichen können. Das vom Deutschen Senat für Ärztliche Fortbildung entwickelte „Curriculum Ärztliches Peer-Review“ halten wir für zu stark formalisiert und für die hausärztliche Praxishospitation eher nicht geeignet. Denn in der Hausärzteschaft existieren hinsichtlich kollegialer Praxisbesuche so viele Befürchtungen, dass wir zur Auffassung gekommen sind, dass die kollegiale Begegnung in der Praxis per se so wichtig ist, dass eine zusätzliche Formalisierung der Akzeptanz eher schaden würde. Gemeinsam mit der Abteilung Qualität bei der KBV arbeiten wir an einem Austausch vergleichbarer Modelle in anderen Fachgruppen im niedergelassenen Bereich.

Weiterhin sehen wir folgende zentrale Elemente hausärztlicher Fortbildung:

  • Interaktivität
  • Evidenzbasierung
  • Kontextrelevanz
  • Industrieunabhängigkeit
  • Orientierung an den Lernenden
  • Perspektivisch Einbezug der gesamten Praxisteams
  • Entsprechend Fortbildung von hausärztlichen Praxisteams für hausärztliche Praxisteams

Viele Referierende aus der DEGAM beteiligen sich an der „Practica“ in Bad Orb, dem größten deutschen Seminarkongress für hausärztliche Fortbildungen, dessen Organisation inzwischen das Institut für hausärztliche Fortbildung (IhF) übernommen hat. Das IhF hat sich bereit erklärt, die Referierenden anzuschreiben, wer nach Selbstauskunft bereit ist, die DEGAM-Kriterien für eine „gute Fortbildung“ (Abb. 2) einzuhalten. Das Ergebnis der Selbstauskunft wird im „Practica“-Programm einzusehen sein. Das DEGAM-Fortbildungs-Label kann bei der Sektion Fortbildung auch für alle anderen Fortbildungs-Veranstaltungen beantragt werden. Entsprechende Informationen finden sich unter www.degam.de/index.php.

Mit den Fortbildungen im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung nach §73b SGB V in Baden-Württemberg, den Fortbildungsmodulen des IhF, den „Tagen der Allgemeinmedizin“ sowie den lokalen Qualitätszirkeln hat sich mittlerweile bundesweit eine industrieunabhängige hausärztliche Fortbildungskultur etabliert. Inzwischen ist es möglich, mit solcherart industriefreien Fortbildungen seiner Fortbildungspflicht zu genügen. Aktuell gibt es Tage der Allgemeinmedizin in elf Städten. Einen Überblick gibt es unter www.degam.de/tage-der-allgemeinmedizin.html.

Die Fortbildungssektion setzt sich weiter für deutlichere Formulierungen zur Industrie-Unabhängigkeit ärztlicher Fortbildungen in der „Musterfortbildungsordnung der Bundesärztekammer“ ein. Aktuell gibt es innerhalb der Sektion einen noch auszudiskutierenden Dissens darüber, ob industriefinanzierten Fortbildungen generell die Anerkennung durch die Ärztekammern verweigert werden oder ob wegen des Fehlens ausreichender Kontrollinstrumente bei den Kammern auf folgenden Bedingungen bestanden werden sollte:

  • Der DEGAM-/AWMF-Katalog zur Angabe von Interessenkonflikten soll bereits bei der Anmeldung von Fortbildungen für die Angabe von Interessenkonflikten zugrunde gelegt werden.
  • Es soll nicht nur auf die Interessen Externer abgehoben werden, sondern explizit auch danach gefragt werden, ob der/die Referierende Geld mit der Durchführung der diagnostischen oder therapeutischen Prozeduren verdient, über die er bzw. sie referiert.
  • Bereits auf den Einladungen zu Veranstaltungen muss vermerkt sein, wer die Veranstaltung finanziert.
  • In den ersten beiden Vortragsfolien sollen möglicherweise konfligierende Interessen offengelegt werden.

Ein Diskussionsentwurf eher im Sinn der zuerst genannten Position wurde von Armin Mainz und Ilja Karl erstellt und wird bei der Sitzung der Fortbildungs-Sektion am 18.9.2014 beim Hamburger DEGAM-Kongress diskutiert werden.

Die entsprechenden Folien finden sich hier zum freien Download: tinyurl.com/pbnwpk2.

Die Seite der Fortbildungs-Homepage zur Internet-Recherche wurde derzeit aktualisiert und mit der PERLEN-Initiative abgestimmt. Eine Anleitung zur Pubmed-Recherche wurde aktualisiert (http://tinyurl.com/o7lgfqt).

Gemeinsam mit Mitgliedern der DEGAM-Sektion Weiterbildung wurde ein Kriterienkatalog für die Qualifikation allgemeinmedizinischer Weiterbilder erarbeitet, einem Praxistest unterzogen und in der Zeitschrift der Gesellschaft für medizinische Ausbildung (GMA) veröffentlicht (http://www.egms.de/ static/de/journals/zma/2014–31/ zma000900.shtml).

Ein Teil dieses Kataloges wurde von der Initiative HANS (Hausärztliche Nachwuchssicherung) bereits in einen Kodex für hausärztliche Weiterbilder übernommen. In der Deutschen Akademie für Allgemeinmedizin wurde der DEGAM-Katalog bereits mit positiver Resonanz vorgelegt – eine Beschlussfassung dazu steht in den nächsten Monaten an.

Der 7. Professionalisierungskurs der DEGAM geht in diesem Jahr erfolgreich zu Ende. Beim Hamburger DEGAM-Kongress wird die Staffelübergabe an den 8. Kurs erfolgen: www.degam.de/professionalisierungs-kurs.html.

Auf dem diesjährigen DEGAM-Kongress in Hamburg bietet die Sektion Fortbildung am Donnerstag, den 18.7.2014 einen Preconference-Workshop an, auf dem unterschiedliche Fortbildungs-Methoden ausprobiert und erlernt werden können.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Günther Egidi

Arzt für Allgemeinmedizin

Huchtinger Heerstraße 41

28259 Bremen

familie-egidi@nord-com.net

Abbildungen:

Abbildung 1 Logo Hospitationspraxis

Abbildung 2 DEGAM-Fortbildungslabel für eine gute Medizin


(Stand: 13.05.2015)

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