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Sektionsbericht Forschung 2014

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Antonius Schneider

Ziel der im letzten Jahr neu gewählten Sprecher Prof. Dr. Antonius Schneider aus München (Sektionssprecher) und Prof. Dr. Stefanie Joos (stellv. Sprecherin) war es, die Sektionsarbeit inhaltlich und strukturell neu zu gestalten.

Sektionstreffen

Eine Folge der Diskussionen aus dem letzten Sektionstreffen in München war die Planung eines Sektionstreffens „außer der Reihe“ in Form eines mehrstündigen Workshops mit dem Ziel, die Sektionsarbeit inhaltlich neu aufzustellen, interessierte DEGAM-Mitglieder verstärkt einzubinden und die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Der Workshop fand am 29. Januar 2014 in der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung in Heidelberg statt. In einer interaktiven Runde aus ca. zehn Teilnehmern wurden Zukunftsstrategien für die Sektion entwickelt sowie die Möglichkeiten einer verbesserten Zusammenarbeit und stärkeren Vernetzung diskutiert. Ein detaillierter Bericht zu den Ergebnissen wurde bereits in der ZFA publiziert [1], daher an dieser Stelle nur nochmals ein Überblick über die wichtigsten Diskussionsergebnisse in Tabelle 1.

Forschungskurs

Ein viel diskutiertes Thema aus dem letzten Jahr war die Organisation eines Forschungskurses. Um ein klareres Bild vom Bedarf nach einem solchen Angebot zu erhalten, wurde Ende letzten Jahres eine Online-Umfrage bei allen allgemeinmedizinischen Instituten/Lehrbereichen durchgeführt. Aus dieser Umfrage ließ sich ein Bedarf nach einem modulartigen Kurs an wechselnden Orten ableiten. Detaillierte Ergebnisse der Umfrage wurden ebenfalls bereits in der ZFA berichtet [1].

Als Konsequenz hieraus wird nun von den Professoren Klaus Linde und Antonius Schneider ein erstes Modul „Basiskurs Forschung“ am 12./13.12.2014 in München angeboten. In diesem Kurs soll ein Überblick zu verschiedenen Studientypen und zu den Grundprinzipien der statistischen Analyse gegeben werden. Mitte Juli erfolgte bereits ein Aufruf zur Teilnahme über einen breiten E-Mail-Verteiler. Nähere Informationen und Anmeldeunterlagen finden Sie auch auf www.am.med.tum.de/degam-forschungskurs-2014. Im Sinne eines Basiskurses für Anfänger werden folgende Lernziele definiert: Fähigkeit, mit empirischer Forschung beantwortbare Fragen zu stellen und das entsprechende Studiendesign zu identifizieren, Grundkenntnisse zu wichtigen Studiendesigns und basaler Statistik und Erwerb von Kenntnissen, um eine einfache Fallzahlschätzung durchzuführen. Zielpublikum sind Ärzte und andere Wissenschaftler, insbesondere wissenschaftliche Mitarbeiter von Instituten für Allgemeinmedizin, die eigene Forschungsvorhaben durchführen oder durchführen wollen, aber bisher nur begrenzte oder sogar keine Forschungserfahrung haben. Der geplante Ablauf wird in Tabelle 2 dargestellt.

Nachfolgende spezialisierte Kurse wie z.B. Systematic Reviews, Diagnostische Studien, Durchführung von Cluster-randomisierten Praxisstudien, qualitative Studiendesigns oder „writing a paper“ sollen dann an unterschiedlichen Orten von den jeweiligen versierten Forschern angeboten werden.

Wer lieber die internationale Forschungsluft schnuppern möchte, hat die Möglichkeit am internationalen Forschungskurs teilzunehmen, der von den Professoren Geert-Jan Dinant (Maastricht), Norbert Donner-Banzhoff (Marburg) und Paul van Royen (Antwerpen) betreut wird und an der Universität Maastricht stattfindet. Hier läuft der nächste Kurs mit der Möglichkeit für Neueinsteiger und Fortgeschrittene vom 10.11. bis 14.11.2014. Für nähere Informationen und Anmeldung wenden Sie sich bitte an Frau Aretz per E-Mail: karin.aretz@maastrichtuniversity.nl.

Positionspapier

Ein Ergebnis des Workshops im Januar war außerdem die Finalisierung eines Positionspapieres bezüglich der im aktuellen Koalitionsvertrag beabsichtigten Stärkung der Versorgungsforschung. Das erarbeitete Papier weist nachdrücklich darauf hin, dass zukünftig geförderte Aktivitäten im Bereich Versorgungsforschung sich insbesondere auf drängende sowie bislang ungelöste Probleme medizinischer Primärversorgung konzentrieren und dafür eindeutige Förderkriterien formuliert werden sollten, um damit nicht zuletzt einer Umetikettierung von Anträgen aus dem Bereich der Grundlagenforschung, der Technologieentwicklung oder der klinischen Forschung zu begegnen.

Das vollständige Papier ist einsehbar unter www.degam.de/files/Inhalte/Degam-Inhalte/Ueber_uns/Positionspapiere/DEGAM-Positionspapier_Versorgungsforschung_final.pdf.

Vernetzung mit anderen Institutionen/Gruppierungen

DFG-Netzwerk Klinische Studien in der Allgemeinmedizin

Sowohl inhaltlich als auch personell (vertreten durch die beiden Sektionsleiter) gibt es enge Überschneidungen der Sektion mit der Arbeit des „DFG-Netzwerks Klinische Studien in der Allgemeinmedizin“ (http://www.degam.de/netzwerk-klinische-studien.html). Konkret wird gerade an einer gemeinsamen Broschüre zur Förderung der Einrichtung überregionaler Forschungspraxennetzwerke nach internationalem Vorbild gearbeitet. Im kommenden Jahr ist diesbezüglich eine Veranstaltung in Kooperation des DFG-Netzwerks mit der DEGAM geplant, um diesem Thema auf politischer Ebene und auf Ebene der Förderinstitutionen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Veranstaltung ist für den 14.3.2015 in Berlin geplant.

JADE

Ein JADE-Workshop (AG Forschung und Lehre) zur Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler in der Allgemeinmedizin auf dem letzten DEGAM-Kongress in München ermöglichte ein Kennenlernen von forschenden Kollegen aus anderen Abteilungen.

EGPRN

Thema des Frühjahrsmeetings von EGPRN Ende Mai war „Preventive Activities in Primary Care; an approach from clinical and health services research“. Neben dem Thema Primärprävention gab es eine bunte Mischung an „free standing papers“. Interessant waren auch die „key note lectures“ zum Gesundheitssystem in Spanien unter Bezugnahme auf die Allgemeinmedizin sowie zum Thema Multimorbidität (zu finden auf der Homepage www.egprg.orghttp://www.egprg.org/).

Das nächste EGPRN-Meeting wird im Herbst auf Kreta (Heraklion) vom 23. bis 26. Oktober stattfinden, das Thema lautet dann „Economic Crisis and Research in Primary Care”. Das nächste Frühjahrsmeeting findet vom 7. bis 10. Mai 2015 in Temeschwar in Rumänien mit dem Thema „Research into new Methods and Techniques in Primary Care” statt, die Einreichfrist für Abstracts endet zum 15.1.2015.

Allgemeines zu Forschung

Stellungnahme der DFG zu Rahmenbedingungen der klinischen Forschung

Die DFG-Senatskommission macht in einer kürzlich herausgegebenen Stellungnahme auf die negative Entwicklung der Rahmenbedingungen für klinische Forschung aufmerksam. Sie fordert in ihrer Stellungnahme vom Juni 2014 die folgenden Veränderungen:

  • Anerkennung von Forschungszeiten für die Facharztausbildung durch die Landesärztekammern
  • Aufrechterhaltung und Ausbau einer angemessenen universitären Forschungsinfrastruktur für Einrichtungen medizinischer Fakultäten und Universitätskliniken mit Neuregelung der erforderlichen Finanzierungsmodalitäten
  • Verstärkte Förderung der erkenntnisgeleiteten, programmunabhängigen Forschung
  • Einführung eines Forschungs-Systemzuschlags für klinische Leistungen in der Universitätsmedizin.

Kabinett beschließt Aufhebung des Kooperationsverbots

Die Bundesregierung will die Hochschulen in Deutschland nachhaltig stärken: Mit dem Beschluss eines Gesetzentwurfs zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 91b) hat das Bundeskabinett den Weg frei gemacht für mehr Kooperation von Bund und Ländern in der Wissenschaft. Der vorgelegte Entwurf sieht vor, dass Bund und Länder außer einzelnen Vorhaben in Zukunft auch längerfristig Hochschuleinrichtungen in Fällen von überregionaler Bedeutung gemeinsam fördern können. Bislang kann der Bund Forschungseinrichtungen nur außerhalb von Hochschulen institutionell unterstützen. Die Kulturhoheit der Länder wird bei einer solchen Änderung des Grundgesetzes gewahrt; sie stellt auch für die Bundesregierung ein hohes Gut dar.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Stefanie Joos

Abteilung Allgemeinmedizin u. Versorgungsforschung

Universitätsklinikum Heidelberg

Voßstraße 2, 69115 Heidelberg

Tel.: 06221 56-6263

stefanie.joos@med.uni-heidelberg.de

Literatur

Schneider A, Joos S. Sektionstreffen Forschung in Heidelberg am 29.1.2014: Standortbestimmung, Ziele und Aufgaben. Z Allg Med 2014; 90: 211–212

Abbildungen:

Tabelle 1 Ziele und Aufgaben der Sektion Forschung; erarbeitet von den Teilnehmern eines Workshops im Januar 2014

Tabelle 2 Geplanter Ablauf des Basiskurs Forschung


(Stand: 13.05.2015)

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