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Bericht der Arbeitsgruppe Psychosomatik 2015

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Iris Veit

Das wichtige Ergebnis unserer Arbeit ist die Erstellung des Positionspapiers der DEGAM Psychosomatische Grundversorgung in der Allgemeinmedizin – Ziele, Kompetenzen, Methoden. Es ist in der ZFA veröffentlicht und auf der Homepage einsehbar.

Auch die JADE und der Hausärzteverband unterstützen dieses Positionspapier; in anderen Verbänden primär somatisch tätiger Ärzte ist es auf Interesse gestoßen. Wir haben damit ein wichtiges Instrument, um die Aufgaben des Hausarztes als Generalisten zu beschreiben und Interventionen seiner Behandlung zu entwickeln. Aufgabe der Zukunft ist die Implementierung dieses Positionspapiers. Dies haben Mitglieder der AG Psychosomatik in Mitarbeit an einer Anwenderversion der Leitlinie Angststörungen, der Leitlinie Adipositas und bei der Entwicklung eines Manuals zur Gesprächsführung bei der Anamnese bereits begonnen. Zu Letzterem wird ein Workshop auf dem diesjährigen Jahreskongress in Bozen stattfinden (Fr. 16.30–18.00 Uhr).

In Leitlinien hausärztliche Behandlung zu etablieren, gestaltet sich schwierig. Leitlinien vertreten einen störungsspezifischen Ansatz, und randomisierte, kontrollierte Studien müssen immer von einer Homogenität des Patienten und des Behandlers ausgehen, um eine spezifische Intervention in der Wirksamkeit zu beweisen. Eine solche gewählte „Realität“ existiert aber für die hausärztliche Versorgung nur in eingeschränktem Maße. Trotz dieses Dilemmas versuchen wir in einer Domäne der DEGAM, der Leitlinienarbeit, den Aspekt der Beziehungsorientierung zu etablieren.

Welche Wünsche haben Hausärzte an eine zukünftige Struktur der psychosomatisch, psychotherapeutischen Versorgung? Diese soll in 2016 neu geordnet werden. Wir kritisieren die gegenwärtige Dominanz der Richtlinienpsychotherapie und wünschen uns eine Umschichtung der Kapazitäten zu mehr Sprechstundenterminen der ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten, die Etablierung eines Berichtswesens zur Verbesserung der Kooperation mit dem Hausarzt und mehr Zeit für Kurzzeit- und Gruppenpsychotherapie. Umstritten ist die Bedeutung der fachgebundenen Psychotherapie. Wir sorgen uns um die Zukunft der ärztlichen Psychotherapie und über einen Dualismus: Psychologen für die Psyche – Ärzte für das Soma. Eine zukünftige Struktur der psychosomatisch, psychotherapeutischen Versorgung möchten wir auf der Pre-Conference der AG Psychosomatik in Bozen weiter diskutieren (Do. 8.30–11.30 Uhr).

Erfreulich ist, dass die Kooperation mit anderen Verbänden (Hausärzteverband, Sozialverband VdK Deutschland (AGs für Psychosomatik in den primär somatischen Fachbereichen), Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie – DGPM (Psychosomatiker), Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde – DGPPN (Psychiater) und der Österreichischen Gesellschaft für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin in der Allgemeinmedizin – ÖGPAM) im letzten Jahr verbessert und strukturiert werden konnte. Die Zusammenarbeit mit dem IHF auf dem Gebiet der psychosomatischen Grundversorgung ist erfreulich, und wir bitten Sie, diese Fortbildung zu unterstützen.

Insbesondere möchten wir Sie einladen zum Treffen der AG Psychosomatik, um die Arbeit des kommenden Jahres zu gestalten (Do. 14.00 Uhr auf dem Kongress in Bozen).

Korrespondenzadresse

Dr. med. Iris Veit

Bahnhofstraße 204

44623 Herne

Tel.: 02323 24245

info@irisveit.de


(Stand: 05.10.2015)

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