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Sektionsbericht Weiterbildung 2015

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Jost Steinhäuser

Novelle der Musterweiterbildungsordnung

Der DEGAM-Vorschlag für die Musterweiterbildungsordnung (MWBO) wird immer noch in den Landesärztekammern beraten [1]. Es ist weiterhin unklar, wann der Entwurf der neuen MWBO öffentlich zur Diskussion gestellt wird.

Finanzierung der Weiterbildung Allgemeinmedizin

Im aktuellen Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) [2] sind für die Weiterbildung Allgemeinmedizin (AM) bedeutsame Novellierungen des SGB V beschlossen worden.

Die wichtigsten sind:

Erhöhung der geförderten Weiterbildungsstellen AM von 5000 auf 7500,

Anpassung der Fördersätze für Ärzte in Weiterbildung AM,

Förderung an Universitätseinrichtungen gebundener Kompetenzzentren.

Der letzte Schritt wird die konkrete Umsetzung durch die Vertreter des GKV-Spitzenverbands, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) sein. Es ist frühestens 2016 mit finanziellen Mitteln zu rechnen. Gegen Widerstände der Bundesärztekammer und einzelner Landesärztekammern ist es gelungen, die Förderung durchzusetzen. Die universitäre AM hat die notwendige Kompetenz in der Lehre und stellt ein natürliches Bindeglied zwischen Studium und Weiterbildung dar.

Standards für Kompetenzzentren

Im Rahmen der zu erwartenden, flächendeckenden Errichtung von Kompetenzzentren hat die DEGAM ein Positionspapier mit entsprechenden Kriterien verabschiedet [3]. Die Kompetenzzentren sollen Aktivitäten und Dienstleistungen für Weiterbildungsverbünde erbringen, die ein einzelner Verbund nicht leisten kann. Bestandteile sind: Mentoringprogramme, die Weiterbildung begleitende Schulungstage, Train-the-Trainer-Seminare und Ähnliches. Für die begleitenden Schulungstage wird eine neue Arbeitsgruppe Hilfestellungen erarbeiten. Ein erster Workshop findet auf dem DEGAM-Kongress in Bozen statt. Ansprechpartner für diese AG ist Susanne Sommer.

Akkreditierung von Weiterbildungsverbünden

Die letztes Jahr identifizierten Akkreditierungskriterien für Verbünde, die sich DEGAM-Verbundweiterbildungplus nennen möchten, wurden in zwei Panelrunden auf Ihre Relevanz und ihre Durchführbarkeit hin bewertet. Es existiert nun ein Indikatorenset, das dieses Jahr pilotiert wird.

Praxistest kompetenzbasiertes Curriculum Allgemeinmedizin

Vergangenen Herbst wurde der Praxistest des kompetenzbasierten Curriculums durchgeführt [4]. Inhaltlich wurden alle in der Praxistestversion aufgelisteten Aspekte bestätigt, einige Ergänzungen sind für die finale Version des Curriculums aufgenommen worden. Die größten Veränderungen sind bei formalen Aspekten des Curriculums eingeflossen. Ein detaillierter Bericht ist in Vorbereitung. Die endgültige Version des kompetenzbasierten Curriculums wird auf der Seite der Sektion Weiterbildung zu finden sein.

Positionierung zur Inneren Medizin in der hausärztlichen Versorgung

In der DEGAM-Zukunftsposition Nr. 17 heißt es knapp Hausärztin/Hausarzt = Facharzt für Allgemeinmedizin [5]. Da wir aktuell noch nicht genug Nachwuchs haben, sind wir auf Verstärkung durch hausärztlich tätige Internisten angewiesen (Abb. 1). Von denen sind viele sowohl in der DEGAM als auch im Hausärzteverband (HÄV) hochgeschätzt und engagiert. Gerade für den Nachwuchs ist es dennoch wichtig zu erfahren, warum die Weiterbildung zum Allgemeinarzt die anzustrebende Weiterbildung für einen Hausarzt ist. Daher wird aktuell an einem Papier gearbeitet, das einerseits eine Abgrenzung und andererseits eine Integration der hausärztlichen tätigen Internisten beinhaltet.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Jean-François Chenot, MPH

Universitätsmedizin Greifswald

Institut für Community Medicine

Abteilung Allgemeinmedizin

Fleischmannstraße 42–44

17485 Greifswald

Tel. 03834 86 22282

jchenot@uni-greifswald.de

Quellen

1. DEGAM. www.degam.de/files/Inhalte/Degam-Inhalte/Sektionen_und_Arbeitsgruppen/Sektion_Weiterbildung/DEGAM_MWBO_AM_2013.pdf

2. Bundesministerium für Gesundheit. www.bmg.bund.de/themen/krankenversicherung/gkv-versorgungsstaerkungsgesetz.html

3. DEGAM. Kriterien für Kompetenzzentren Allgemeinmedizin. www.degam.de/files/Inhalte/Degam-Inhalte/Presse/Presseordner_2015/DEGAM-Positionspapier_Kriterien%20fuer%20Kompetenzzentren%20Allgemeinmedizin.pdf

4. Steinhäuser J, Chenot JF, Roos M, Ledig T, Joos S. Competence-based curriculum development for general practice in Germany: a stepwise peer-based approach instead of reinventing the wheel. BMC Res Notes 2013 Aug 9; 6: 314

5. DEGAM. www.degam.de/files/Inhalte/Degam-Inhalte/Ueber_uns/Positionspapiere/DEGAM_Zukunftspositionen.pdf

6. Bundesärztekammer. www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Statistik2014/Stat14AbbTab.pdf

Abbildungen:

Abbildung 1 Entwicklung der Zahl der Facharztanerkennungen [6]


(Stand: 05.10.2015)

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