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Sektionsbericht Studium und Hochschule 2015

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Maren Ehrhardt

Aufgaben der Sektion

Schwerpunkt der Sektionsarbeit ist die Vernetzung auf regionaler und überregionaler Ebene. Neben der beratenden Funktion für das DEGAM-Präsidium für alle Anfragen bezüglich Studium und Fakultäten wurde im Berichtsjahr der Hauptschwerpunkt auf die Nachwuchsförderung gelegt.

Die DEGAM-Nachwuchsakademie (NWA) konnte erstmals Studierende bzw. junge Ärztinnen und Ärzte verabschieden, die drei Jahre intensiv miteinander gearbeitet und sich individuell weiterentwickelt haben, an den Standorten zu Multiplikatoren der Öffentlichkeitsarbeit geworden sind und für die DEGAM aktiv werben. Der nunmehr vierte Jahrgang wurde bei der Klausurtagung im Mai 2015 herzlich in die Nachwuchsakademie aufgenommen.

Die diesjährige Summerschool für Allgemeinmedizin in Kooperation mit GHA und Hausärzteverband konnte vom 19.8.–23.8. Studierende, die sich für das Fach Allgemeinmedizin interessieren, in die Hansestadt Hamburg locken. Ein interessantes Programm mit Praxiseinheiten, Diskussionen mit erfahrenen Allgemeinmedizinern und kulturellen Höhepunkten wartete auf die Teilnehmer.

Mit der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA) konnte die gute Zusammenarbeit traditionsgemäß fortgesetzt werden. Eine enge Kooperation mit der Gesellschaft für medizinische Ausbildung (GMA) erfolgt ebenso intensiv.

Nachwuchsakademie

Die seit 2012 als Erfolgsmodell in Sachen Nachwuchsarbeit jährlich wachsende DEGAM-Nachwuchsakademie hat nun zum jetzigen Zeitpunkt über 40 Studierende in der engen Anbindung an die Fachgesellschaft, die motiviert und engagiert sind, die mit vielen neuen Ideen vor Ort unser Fach bereichern.

Das nun tatsächlich fast an allen Standorten funktionierende Studierenden-Netzwerk kann den weniger gut ausgestatteten Instituten und Abteilungen mit Engagement helfen, auf Seite der Studierenden das Fach Allgemeinmedizin attraktiv zu gestalten.

Entwicklung und aktuelles Berufungsgeschehen der Abteilungen, Institute und Lehrgebiete

Bei der jährlichen Umfrage zur Entwicklung der Allgemeinmedizin lagen Rückmeldungen aus 32 Standorten vor, lediglich aus vier Standorten (Bonn, Düsseldorf, Leipzig, Mannheim) fehlten erneut die Rückmeldungen.

Aktuelle Berufungsverfahren und Berufungen: Prof. Jost Steinhäuser übernahm den Lehrstuhl in Lübeck zum 1. Oktober 2014, in Tübingen nahm Prof. Stefanie Joos ab 1. Januar 2015 ihre Arbeit auf und seit dem 1. Februar 2015 leitet Prof. Michael Freitag die Abteilung für Allgemeinmedizin in Oldenburg. In Halle, Berlin und Würzburg wird derzeit noch verhandelt.

Aktueller Stand an den Hochschulen

In 2014 existierten an 16 Standorten C4/W3-Professuren, davon dreimal als halbe Stelle, einmal als 0,4-Stelle (im vgl. 2013: 15 Standorte), an einem Standort (Frankfurt) zwei W3 Professuren.

Sieben Standorte verfügen über C3/W2-Professuren (vgl. 2014: 5 Standorte). In Essen existieren drei W1-Professuren. 13 Honorarprofessuren werden zum jetzigen Zeitpunkt verzeichnet.

Elf Standorte gaben an, Arzt-Stellen besetzt zu haben (0 bis 10,55) und 20 Standorte 0,5 bis 14 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter.

Sekretariate sind an 29 Fakultäten im Fach Allgemeinmedizin mit im Mittel 1,07 Vollzeitkräften (0,5 bis 2,25). An acht Standorten arbeiten inzwischen Study Nurses im Team (0,5 bis 7,25). Studentische Hilfskräfte (SHK) waren an fast allen Bereichen angestellt (0,25 bis 17).

Die Anzahl der akkreditierten akademischen Lehrpraxen differiert an den einzelnen Instituten und Bereichen. Die Anzahl pro Standort betrug im Mittel: 154 (45 bis 450).

Sachmitteletat

Die Sachmitteletats der einzelnen Standorte unterschieden sich sehr stark (8000 bis 420 000 Euro/Jahr).

Lehre

Lehrangebote in der Allgemeinmedizin

Das Blockpraktikum (BP) wird an allen Standorten mindestens zweiwöchig durchgeführt, in Jena sogar in vier Blöcken á zwei Wochen. In diesem Jahr wurde erstmals eine bundesweite Evaluation des BP Allgemeinmedizin initiiert. Im nächsten Jahr sind hierzu Ergebnisse zu erwarten.

Fast alle Institute, Bereiche und Abteilungen sind in unterschiedlichem Umfang an Querschnittsbereichen (QB Medizin des Alterns und des alten Menschen; QB Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren; QB Palliativmedizin; QB Schmerzmedizin) entweder aktiv beteiligt oder koordinieren diese und weitere Lehrveranstaltungen im klinischen Studienabschnitt (POL, Kommunikationstraining, Untersuchungskurse) sowie im vorklinischen Abschnitt in den Kursen „Einführung in die klinische Medizin“ und „Berufsfelderkundung“.

PJ Wahltertial Allgemeinmedizin

Aktuell werden an den Standorten zwischen fünf und 132 PJ-Plätze bereitgestellt (MW = 32). Die Aufwandsentschädigungen für die Lehrpraxen werden je nach Standort von den Fakultäten, Stiftungen, Ministerien oder der Kassenärztlichen Vereinigung bezahlt.

Eine einheitliche Lösung sollte hier angestrebt werden (siehe auch DEGAM-Positionspapier „Pflichtquartal Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr“).

Muster PJ Logbuch Neue Auflage

Zum DEGAM-Kongress wird eine neue, überarbeitete Version des PJ Musterlogbuches DEGAM GHA mit EPAs (entrusted professional activities) vorgestellt.

NKLM

Viele Mitglieder der Sektion haben als Leiter oder Mitglieder der einzelnen Arbeitsgruppen den Entwicklungsprozess engagiert begleitet. Als Fachgesellschaft waren wir außerdem am Delphiverfahren beteiligt. Der Nationale kompetenzbasierte Lernzielkatalog in der Medizin (NKLM) wurde am 4.6.2015 vom Medizinischen Fakultätentag verabschiedet und soll nun an allen deutschen Medizinfakultäten umgesetzt werden. Wir als Sektion werden diesen Prozess weiter kritisch beobachten und begleiten.

Fazit

Auch in diesem Jahr tat sich in der Lehre im Fach Allgemeinmedizin Einiges. Gerade in den kommenden Monaten werden wir als Sektion und die DEGAM als Fachgesellschaft vor der Aufgabe stehen, die Forderungen der Großen Koalition u.a. nach mehr Praxisnähe im Studium, einer weiteren Stärkung der Allgemeinmedizin, zu begleiten und mit zu gestalten.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Antje Bergmann

Bereich Allgemeinmedizin

Medizinische Klinik III

Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“

der Technischen Universität Dresden

Fetscherstraße 74

01307 Dresden

Antje.Bergmann@uniklinikum-dresden.de


(Stand: 05.10.2015)

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