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Sektionsbericht Forschung 2016

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Antonius Schneider

Ausschreibungen

Das „Ausschreibungsjahr 2016“ war geprägt von der lang ersehnten und viel diskutierten Ausschreibung zum Innovationsfonds. Während die Gerüchteküche Ende 2015 noch heiß lief und allerorten mehr oder weniger glaubhafte Details zur Ausschreibung hörbar wurden, zog sich die tatsächliche Ausschreibung dann doch bis in den April 2016 hin. Im Rahmen themenspezifischer und themenoffener Förderlinien im Bereich Versorgungsforschung und Neue Versorgungsformen konnten Projektanträge eingereicht werden (Details unter www.innovationsfonds.g-ba.de). Weitere Ausschreibungsrunden sind geplant. Um die im Vorfeld häufig zitierte „Flugzeugträgergröße“ der Projekte zu ermöglichen, haben sich im Zuge der Ausschreibungen zahlreiche Vernetzungen zwischen den universitären allgemeinmedizinischen Einrichtungen gebildet, die dann – nach hoffentlich erfolgreich abgeschlossener Beantragung – bei der Umsetzung in Form von Kooperationsprojekten strukturell verankert werden können.

Weitere Antragsmöglichkeiten boten BMBF-Förderinitiativen, darunter die noch bis September laufende Ausschreibung zur Förderung klinischer Studien mit hoher Relevanz für die Versorgung älterer und hochaltriger Patientinnen und Patienten „Gesund – ein Leben lang“ (Details unter www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/6601.php).

Forschungskurs

Ein viel diskutiertes Thema aus den Sektionstreffen der letzten Jahre war die Organisation eines Forschungskurses. Nach Angeboten des Instituts für Allgemeinmedizin der TU München zum Thema quantitative Studien (A. Schneider/K. Linde) im Jahr 2014, gab es im Rahmen des DEGAM-Kongresses 2015 ein Angebot zu „Scientific Writing“ von J.-F. Chenot. Im Juni dieses Jahres folgte ein dreitägiger Workshop zu qualitativen Studien, der gemeinsam vom Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung und der Koordinierungsstelle Versorgungsforschung der Universität Tübingen veranstaltet wurde. Hierbei standen die Durchführung und Auswertung qualitativer Interviews im Mittelpunkt (C. Preisser/S. Joos). Ein weiteres Angebot am Standort Tübingen aus dem qualitativen Bereich ist für Oktober (20.10.–21.10.2016) in Tübingen geplant. In diesem Workshop wird es um das Thema „Teilnehmende Beobachtung“ gehen. Der Workshop ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Weitere Details zum Programm und Anmeldung unter www.degam.de/forschung.html. Die Kosten betragen 190 Euro für den zweitägigen Workshop. DEGAM-Mitglieder können zum ermäßigten Preis von 160 Euro teilnehmen. Es sind noch Plätze frei. In 2017 sind weitere Kurse zur quantitativen Forschung vom Institut für Allgemeinmedizin der TU München geplant.

Workshop zu „Teilnehmende Beobachtung“ im Oktober 2016 in Tübingen – noch Plätze frei!

Anmeldeformular auf der Website der DEGAM (www.degam.de) unter der Rubrik Sektionen & AG’s – Fortbildung – Workshop: Teilnehmende Beobachtung

Positionspapier

In einem von A. Becker (Marburg) angestoßenen Positionspapier, das im August 2016 finalisiert wurde, geht es um die im Zuge von Ausschreibungen erforderlichen Commitmenterklärungen von (Forschungs-)Praxen. Zunehmend werden zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Antragstellung Erklärungen von Praxen eingefordert, die an Forschungsprojekten teilnehmen. Häufig werden solche Erklärungen bereits in der ersten Runde eines zweistufigen Verfahrens eingefordert. Angesichts eines hohen Konkurrenzdrucks und niedriger Förderwahrscheinlichkeiten z.B. bei BMBF-Ausschreibungen bedeutet dies, dass forschungsaktive Institute oder Abteilungen für Allgemeinmedizin häufige Commitmenterklärungen ihrer Forschungspraxen einholen ohne Förderung im Anschluss. Dies bedeutet für alle Seiten einen hohen organisatorischen Aufwand und dient nicht unbedingt als vertrauensbildende Maßnahme zwischen Universität und Praxen. Der Aufwand zur Einholung der Commitmenterklärungen ist auch im Vergleich zu den typischen multizentrischen Studien anderer Fachbereiche in der Sekundär- oder Tertiärversorgung, die zumeist nur mit wenigen forschungsaktiven Zentren (Universitätsabteilungen oder Lehrkrankenhäuser) kooperieren, unangemessen hoch.

Im Positionspapier wird dies zu bedenken gegeben und vorgeschlagen, insbesondere bei zweistufigen Verfahren in der ersten Phase auf die Zusage einer etablierten universitären Einrichtung für Allgemeinmedizin mit nachweislicher Forschungserfahrung und/oder etablierten Lehr-/Forschungspraxennetzwerken zu vertrauen (Details unter www.degam.de/positionspapiere.html).

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Stefanie Joos

Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung

Universitätsklinikum Tübingen

Österbergstraße 9

72074 Tübingen

stefanie.joos@uni-tuebingen.de


(Stand: 15.09.2016)

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