Loading...

ZFA-Logo

Sektionsbericht Studium und Hochschule 2016

PDF

Maren Ehrhardt

Aufgaben der Sektion

Die wichtigsten Aufgaben im letzten Jahr lagen neben regionaler und überregionaler Vernetzung in Belangen der studentischen Ausbildung, bei der Unterstützung des Präsidiums der DEGAM für die Gespräche und Diskussionen um den Masterplan Medizinstudium 2020. Natürlich war auch die kontinuierliche Nachwuchsförderung im Fokus der Arbeit.

In diesem Jahr können wir auf fünf Jahre DEGAM-Nachwuchsakademie zurückblicken. Bereits zwei Jahrgänge konnten erfolgreich verabschiedet werden und die fünfte Kohorte im Mai zum Klausurwochenende begrüßt werden.

Die Summerschool für Allgemeinmedizin in Kooperation mit der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA) und dem Hausärzteverband fand vom 24.8.–28.8. in Lübeck statt. Erneut konnte ein abwechslungsreiches und praxisnahes Programm Studierende unserem Fach näher bringen.

Die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der GHA wurde fortgesetzt. Im alljährlichen Symposium in Baierbrunn im Juni dieses Jahres konnten wir das Thema „Kompetenzbasierung in der Lehre – wo steht die Allgemeinmedizin?“ ausführlich beleuchten und diskutieren. Mitglieder der Sektion waren aktiv eingebunden.

Entwicklung und aktuelles Berufungsgeschehen

Bei der jährlichen Umfrage zur Entwicklung der Allgemeinmedizin lagen Rückmeldungen aus 37 Standorten vor, lediglich aus vier Standorten (Kiel, Leipzig, Magdeburg, Regensburg) fehlten die Rückmeldungen.

Aktuell werden in Bochum, Halle und Würzburg Berufungsverfahren durchgeführt. In 29 von 38 Standorten ist eine Institutionalisierung bereits erreicht. Mit den laufenden Verfahren ist an vier von fünf Standorten deutschlandweit (32 von 38, 84 %) eine Etablierung der Allgemeinmedizin erreicht.

Im Berichtsjahr 2015 existierten an 20 Standorten (im vgl. 2014: 16 Standorte), C4/W3-Professuren, davon einmal als halbe Stelle, einmal als 0,4-Stelle, an einem Standort (Frankfurt) zwei W3-Professuren.

Sieben Standorte verfügen über C3/W2-Professuren (vgl. 2015: 7 Standorte). In Essen existieren drei und in Hamburg eine W1-Professur. 20 Honorarprofessuren werden zum jetzigen Zeitpunkt verzeichnet.

Zwölf Standorte gaben an, Arztstellen besetzt zu haben (0 bis 8,35) und 26 Standorte 0,2 bis 15,2 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter.

Sekretariate sind an 33 Fakultäten im Fach Allgemeinmedizin mit im Mittel 1,16 Vollzeitkräften (0,5–3,25). An elf Standorten arbeiten inzwischen Study Nurses im Team (0,5–4,25). Studentische Hilfskräfte (SHK) waren an fast allen Bereichen angestellt (0,25–11). Die Anzahl der akkreditierten akademischen Lehrpraxen differiert an den einzelnen Instituten und Bereichen. Die Anzahl pro Standort betrug im Mittel: 172 (48–430). Diese Ausstattung erlaubt einen positiven Blick in die Zukunft hinsichtlich der wachsenden Anforderungen an das Fach.

Die Sachmitteletats der einzelnen Standorte unterschieden sich sehr stark (5.000–1.078.409 Euro/Jahr).

Lehrangebote in der Allgemeinmedizin

Das Blockpraktikum (BP) wird an allen Standorten mindestens zweiwöchig durchgeführt, in Jena sogar in vier Blöcken á zwei Wochen. In diesem Jahr wurde erstmals eine bundesweite Evaluation des BP Allgemeinmedizin initiiert. Im nächsten Jahr sind hierzu Ergebnisse zu erwarten.

Fast alle Institute, Bereiche und Abteilungen sind in unterschiedlichem Umfang an Querschnittsbereichen (QB) entweder aktiv beteiligt oder koordinieren diese:

QB Medizin des Alterns und des alten Menschen;

QB Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren;

QB Palliativmedizin;

QB Schmerzmedizin

sowie weitere Lehrveranstaltungen im klinischen Studienabschnitt (POL, Kommunikationstraining, Untersuchungskurse)

und im vorklinischen Abschnitt in den Kursen „Einführung in die klinische Medizin“ und „Berufsfelderkundung“.

PJ Wahltertial Allgemeinmedizin

Aktuell werden an den Standorten zwischen acht und 80 PJ-Plätze bereitgestellt (MW = 32). Die Aufwandsentschädigungen für die Lehrpraxen werden je nach Standort von den Fakultäten, Stiftungen, Ministerien oder der Kassenärztlichen Vereinigung vergütet.

Aktueller Kompromissvorschlag zum „Medizinstudium Masterplan 2020“

Im Juni 2016 konnte die Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) nach langer Vorbereitung und vielen Diskussionen zwischen Bund und Ländern [Dtsch Arztebl 2016; 113: A-1294/B-1086/C-1070] einen Kompromissvorschlag bekannt geben. Die drei wichtigen Ziele des Masterplanes sind:

  • 1. Zielgerichtetere Auswahl der Studienplatzbewerber,
  • 2. Förderung der Praxisnähe,
  • 3. Stärkung der Allgemeinmedizin.

Im Kompromissvorschlag, der von Prof. Ferdinand M. Gerlach, dem DEGAM-Präsidium und der Sektion maßgeblich vorbereitet wurde, sind nun folgende Eckpunkte fixiert:

Eine Quartalisierung des Praktischen Jahres (PJ) wird angestrebt, ein Quartal soll verbindlich in der ambulanten Versorgung absolviert werden.

Zukünftig wird für alle Studierende nach dem PJ eine mündlich-praktische Prüfung (M3) in der Allgemeinmedizin verpflichtend sein.

Die nächsten Schritte sind die Erarbeitung von Finanzierungsvorschlägen und die schrittweise Umsetzung an den einzelnen Standorten sowie die Anpassung und Änderung der Ärztlichen Approbationsordnung.

Mit diesem Kompromissvorschlag können wir in der Zukunft die Allgemeinmedizin im Studium noch sichtbarer werden lassen und erhalten die Bedeutung, die unserem Fach auch seitens der Versorgung zusteht.

Fazit

Ein sehr arbeitsintensives Jahr liegt hinter uns. Die nächsten Wochen und Monate werden in einer tatsächlichen Änderung und Anpassung der Ärztlichen Approbationsordnung münden und somit Früchte tragen. Wir danken allen Sektionsmitgliedern und Unterstützern für die Begleitung auf diesem Weg.

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Antje Bergmann

Bereich Allgemeinmedizin

Medizinische Klinik III

Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“

der Technischen Universität Dresden

Fetscherstraße 74, 01307 Dresden

Antje.Bergmann@uniklinikum-dresden.de


(Stand: 15.09.2016)

Als Abonnent können Sie die vollständigen Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel lässt sich dann komplett auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.