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Bericht der Arbeitsgruppe Impfen 2017

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Laut Präsidiumsbeschluss ist der Arbeitskreis Impfen innerhalb der Sektion Versorgung zwischenzeitlich fest installiert. Bei den langjährigen MitstreiterInnen und neuen Interessenten, die sich nach dem Aufruf zur Mitarbeit Anfang des Jahres gemeldet hatten, werden zunächst die Interessenskonflikte abgefragt. Der Arbeitskreis wird sich dann während der Sektionssitzung „Versorgung“ auf dem DEGAM-Kongress in Düsseldorf persönlich treffen, um Strategie und Zuständigkeiten abzusprechen.

Ständige Impfkommission (STIKO): Empfehlung zu quadrivalenten Grippeimpfstoffen vertagt

Nach den konstruktiv-kritischen Stellungnahmen, auch der DEGAM, zur geplanten bevorzugten Empfehlung von quadrivalenten (statt trivalenten) Grippeimpfstoffen hat die STIKO das Vorhaben erst einmal verschoben. Kritisch aus DEGAM-Sicht war, dass es keine einzige vergleichende Studie über die Wirksamkeit von trivalenten (viele generische Anbieter) und tetravalenten (patentgeschützten) Grippeimpfstoffen gibt.

Warum erleichtert uns diese Entscheidung erst einmal das Impfen in unseren Praxen?

Wir hätten uns in den Praxen mit drei (!) verschiedenen Grippeimpfstoffen bevorraten müssen, um alle Altersgruppen gemäß der unnötig komplex geplanten Empfehlung impfen zu können. Denn anders als manche trivalente Impfstoffe ist kein tetravalenter Impfstoff über alle Altersgruppen zugelassen.

Warum ist diese Entscheidung für das Gesundheitswesen insgesamt wichtig?

In Anbetracht fehlender Vergleichsstudien von tri- und tetravalenten Impfstoffen wäre der jetzt ausgebliebene Beschluss zu einer Wette (100–200 Millionen Euro!) für die Solidargemeinschaft geworden. Geld, das anderswo in der Versorgung viel dringender gebraucht wird.

Die Entscheidung ist aber nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Nun will die STIKO erst einmal berechnen lassen, ob der organisatorische und finanzielle Mehraufwand durch einen entsprechenden Nutzen gerechtfertigt werden kann („Modeling“). Beim Modeling besteht die Gefahr, dass je nach Interessenlage subjektiv die Annahmen und damit sekundär auch das Ergebnis bestimmt werden. Der DEGAM-Arbeitskreis wird deshalb die Ergebnisse des Modeling sehr genau prüfen müssen.

Inwieweit kann ein mathematisches Verfahren eine reale wissenschaftliche Studie wirklich ersetzen? Oder werden wissenschaftliche Standards ohne Not aus Kostengründen zugunsten der Impfstoffhersteller gesenkt? Die Vorgänge um Pandemrix während der Schweinegrippe sind vielen noch in schlechter Erinnerung.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Wolfgang Schneider-Rathert

Gemeinschaftspraxis Querum

Bevenroder Straße 30a

38108 Braunschweig Querum

praxis@gemeinschaftspraxis-querum.de


(Stand: 15.09.2017)

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