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Bewusster und freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit, um das Sterben zu beschleunigen

DOI: 10.3238/zfa.2018.0353-0357

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Angelika Feichtner, Dietmar Weixler, Alois Birklbauer

Schlüsselwörter: Palliative Care Selbstbestimmung Sterbewunsch bewusster und freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF)

Hintergrund: Die Angst vor einem verlängerten, leidvollen Sterbeprozess kann dazu führen, dass Patientinnen und Patienten bewusst auf Nahrung und Flüssigkeit verzichten, um ihren Sterbeprozess zu beschleunigen. Für Hausärzte kann dies ein Spannungsfeld bedeuten, denn einerseits gilt die ethische Verpflichtung, das Sterben nicht zu beschleunigen, andererseits ist das Patientenrecht auf Selbstbestimmung zu respektieren.

Suchmethodik: In einer pragmatischen Literaturrecherche in elektronischen Datenbanken (PubMed, CINAHL, Research Gate und Google Scholar) wurden 49 relevante Arbeiten (s. Anhang) in Englisch und Deutsch von 2000 bis 2018 erfasst und ausgewertet. Daraus wurde ein narrativer Review erstellt.

Wichtigste Botschaften: Die im Zusammenhang mit dem bewussten, freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) auftretenden Symptome führen zu einem signifikanten Bedarf an palliativer Betreuung. Die medizinische Versorgung dieser Patienten stellt keine Hilfe zur Selbsttötung dar, sondern sie ist Teil der medizinischen Betreuung im Rahmen des Sterbeprozesses. Offene Gespräche über den geäußerten Sterbewunsch und die zugrundeliegenden Motive können dazu beitragen die Vertrauensbasis zum Hausarzt bzw. zur Hausärztin zu stärken. Bereits das Wissen um diese Möglichkeit kann für manche Patienten entlastend wirken, ohne dass sie sich in letzter Konsequenz für die Durchführung eines FVNF entscheiden.

Schlussfolgerungen: Patienten, die sich für einen FVNF entscheiden, sind in besonderer Weise auf hausärztliche Unterstützung angewiesen.

Eine ethische Herausforderung für Hausärztinnen und Hausärzte?

An Ethical Challenge for Family Physicians?

1 AG Ethik, Österreichische Palliativgesellschaft (OPG) 2 Johannes-Kepler-Universität Linz Peer-reviewed article eingereicht: 18.04.2018, akzeptiert: 15.06.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0353–0357

Hintergrund

Der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (abgekürzt FVNF) wird beschrieben als eine Handlung, die von einer zurechnungsfähigen Person ohne kognitive Einschränkungen...


(Stand: 12.09.2018)

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