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Über den Zusammenhang von Geburtsort, Studienort und hausärztlicher Tätigkeit

DOI: 10.3238/zfa.2018.0345-0349

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Merle Schäfer, Ewan Donnachie, Antonius Schneider

Schlüsselwörter: Geburtsort Hausärzte Medizinstudierende Universitätsstandort Ärztemangel

Hintergrund: Die Berufswahl „Hausarzt“ und die Entscheidung für einen Niederlassungsort hängen von zahlreichen Faktoren ab, über die noch wenig bekannt sind. Mit der vorliegenden Studie sollte am Beispiel Bayerns geklärt werden, inwiefern Geburts- und Studienort prägend für die hausärztliche Berufswahl und den späteren Niederlassungsort sind.

Methoden: Studierendenzahlen der Standorte Erlangen, München, Regensburg und Würzburg von 1996–2013 wurden über das Bayerische Landesamt für Statistik generiert. Informationen zu Geburtsort, Ort des Medizinstudiums, Niederlassungsort, Alter bei Studienabschluss und zu Beginn der ärztlichen Tätigkeit in der ambulanten haus- und fachärztlichen Versorgung wurden über die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ermittelt. Es wurde eine deskriptive Analyse durchgeführt.

Ergebnisse: Insgesamt haben 25.628 Studierende das Medizinstudium abgeschlossen. 6098 (23,8 %) waren in der ambulanten Versorgung tätig; 2015 (7,9 %) Absolventen waren hausärztlich tätig; 1514 (5,9 %) hatten einen eigenen KV-Sitz. Das durchschnittliche Alter bei Niederlassung war 38,1 Jahre. Die Dauer von Staatsexamensprüfung bis zur Niederlassung betrug bei Frauen 10,2 Jahre, bei Männern 8,3 Jahre. Frauen werden tendenziell eher in der Nähe des Studienorts hausärztlich tätig (59,4 % im Umkreis von 50 km), während Männer eher in die Region des Geburtsorts zurückgehen (58,4 % im Umkreis von 50 km). Es gab keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Universitätsstandorten im Hinblick auf die Anzahl von Absolventen, die später den Hausarztberuf ergreifen.

Schlussfolgerungen: Die hohe Bindungskraft von Studienorten unterstreicht die Notwendigkeit, Studierenden bereits im Studium und vor allem im PJ die Vorzüge von ländlichen Regionen deutlich zu machen. Lohnenswert könnte es sein, Studierende aus dem ländlichen Raum zu identifizieren und im Hinblick auf die hausärztliche Tätigkeit besonders zu motivieren und zu fördern.

Eine Analyse der Versorgungssituation in Bayern

An Analysis of the Primary Care Setting in Bavaria

1 Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Klinikum rechts der Isar/TU München; 2 Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, München Peer-reviewed article eingereicht: 23.07.2018; akzeptiert: 20.08.2018; DOI 10.3238/zfa.2018.0345–0349

Hintergrund

Nach wie vor ist das Problem des Hausärztemangels nicht gelöst. Nur circa 10 % der Medizinstudierenden streben eine Facharztweiterbildung für...


(Stand: 21.09.2018)

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