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Die Resultate von sechs Jahren Weiterbildung für die hausärztliche Versorgung in Deutschland – Teil 1

DOI: 10.3238/zfa.2018.0362-0366

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Hendrik van den Bussche, Stephanie Siegert, Sarah Nehls, Sigrid Boczor, Rüya-Daniela Kocalevent, Martin Scherer

Schlüsselwörter: Berufswahl Hausarzt Innere Medizin hausärztliche Versorgung Ärztliche Weiterbildung

Hintergrund: Vor dem Hintergrund des drohenden Nachwuchsmangels im hausärztlichen Bereich untersucht diese längsschnittliche Studie die langfristigen Berufsvorstellungen von Medizinstudierenden des Jahrgangs 2009 während der Weiterbildung in Bezug auf eine hausärztliche Tätigkeit. Der Fokus liegt auf der Präferenz der vertragsärztlichen Tätigkeit und im Speziellen auf den Fachdisziplinen der Allgemeinmedizin und der Inneren Medizin ohne Schwerpunkt.

Methoden: Jährliche standardisierte postalische Befragungen der Absolventinnen und Absolventen von sieben medizinischen Fakultäten vom Praktischen Jahr bis nach maximal sechs Jahren Weiterbildung. Rücklaufquoten: 48 % im ersten Befragungsjahr, danach in allen Befragungen 85 % und mehr. Längsschnittliche Auswertung mit deskriptiven statistischen Verfahren.

Ergebnisse: Nach sechs Jahren Weiterbildung ergibt sich eine Quote von 15 % künftig hausärztlich Tätigen. Dieser Anteil beruht auf einer beträchtlichen Zunahme der Attraktivität der hausärztlichen Tätigkeit bei Ärztinnen, nicht jedoch bei Ärzten. In der hausärztlichen Versorgung findet künftig eine genderspezifische Segregation statt. Drei Viertel der Interessierten an einer Anerkennung im Fach Allgemeinmedizin benötigten mehr als sechs Jahre bis zur Anerkennung. In der Weiterbildung Allgemeinmedizin sind Quereinstiege und -ausstiege deutlich ausgeprägter als die disziplinäre Kontinuität.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verdeutlichen das weiterhin bestehende Problem des Hausärztemangels. Dies wird dadurch noch deutlicher, dass die hausärztliche Tätigkeit zur Domäne von Ärztinnen wird. Deswegen muss die Weiterbildung effektiver und kürzer werden, wenn eine Sicherstellung einer hausärztlichen Versorgung, die diesen Namen verdient, künftig noch erreicht werden soll.

Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Peer-reviewed article eingereicht 05.07.2018, akzeptiert: 16.07.2018 DOI 10.3238/zfa.2018.0362–0366

Hintergrund

Die vom Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf durchgeführte „KarMed“-Kohortenstudie untersucht die beruflichen Präferenzen und den Karriereverlauf von Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung (abgekürzt: ÄiW) vom Berufseinstieg bis zur fachärztlichen...


(Stand: 05.10.2018)

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